Der zarte Leib

Dienstag, 23. Juni 2015

DZL-18 DAS BETT

das Bett, das alles verraten wollte
und nichts verriet: nichts über die Lampe,
die sich über die sieben Polster
hinwegbog, neben denen ich, dicht

an die Mauer gepresst, oft unvermittelt
einschlief. Nichts über die Herkunft der Polster,
die sich schnell von selbst auftürmten,
links neben dem Kopf, Lichtschutz,

zugleich durchscheinend für all das Licht,
das die ganze Nacht draußen brannte.
Nichts über den Tag, der zur Nacht
gemacht wurde, ungefragt, ohne Groll:

alles, was in die Vergangenheit wies,
hatte da in Ordnern, Mappen sich angehäuft,
auf Disketten, Festplatten und Sticks:
so oft unzugängliche absurde lokale Poesie.

Diesen Raum konnte ich mir
jederzeit umschnallen. Er konnte mir
den Atem nehmen, mir ein ausgelagertes
Gedächtnis vorspiegeln, Stufen,

die in Gänge, Gewölbe hinabführten,
Tische, die sowohl der Niederschrift
als auch weiteren Lagerung dienten,
Fensterbretter, auf denen sich Mitbringsel

aus allen Weltgegenden ansammelten.
Es konnten auch jederzeit neue Tuchenten
und Decken auftauchen. Sie konnten blank
oder voller unvorhersehbarer Verse sein,

gedruckten, auch handgeschriebenen,
die sich von selbst vorlasen,
und zwar mit meiner eigenen Stimme,
über die sich dann fremde Stimmen legten.

Bett unter mir, auch zu beiden Seiten.
Zu manchen Zeiten eine Art Seidenhimmel,
wenn ich aufblickte, der allerdings nie
die Farbe des natürlichen Firmaments annahm.

Bett, so nah wie die staubtrockenen Leintücher,
Tücher überhaupt, schwarzen Hemden,
alles Schwarze und Rote, die Bluttaten,
die Wundmale, der Nabel, das Geschmeide

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition
Korrespondenzen, 2015
)

(Rezension: fixpoetry)

(Rezension: Literaturhaus Wien)

Montag, 1. Juni 2015

DZL-17 PUPPI

was zu sehen ist, in einzelne Stücke zerlegen;
alle diese Kunstfiguren in weibliche Anatomie
auffächern; Männer in den Hintergrund stellen.

So wiederholt sich die Idee des Erzeugers auch
im eigenen Kopf: Gender-Bending. Daran,
wie er das Skelett aus Holz und Metall

ummantelt hat, denke ich nicht. Überhaupt nicht
an ein ganzes Ding: Die Gliederpuppe tritt
aus dem Ursprung hervor, wie sie sich

von der Bauchkugel aus langsam zusammenfügt.
Wie sie voller Beweglichkeit sich von Anfang an
Autonomie simuliert. Wie eine Vielfalt von Posen

den Betrachter zum Mitakteur machen, wenn auch
nur durch Blickfang. Nie werden ihn wirklich
Puppis Augen verfolgen; er darf sich das aber wünschen,

auch bei Brustaugen, Handaugen, Augen – und damit
Blicke – vom Nabel, von den Kniescheiben aus,
direkt einleuchtend, zutiefst nebulös

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Montag, 4. Mai 2015

DZL-16 TROMPETER

Trompeter ist kein Einbildungsmann.
Ich sah ihn zum ersten Mal im Hegelhof.
Vielleicht hatte Hegel keine Trompete, auch
keinen Hof, der Mann hatte keine Hegeltrompete.

Kehle und Unterleib erfüllt aber Trompeter
in seiner spontan inszenierten competition
mit seinen Doppelgängern. Die vielen jungen Männer,
wie sie so enggedrängt und äußerst aufmerksam

zur Tür hin schauen, auch auf den Kreis
in der Mitte, wo nur Trompeter steht,
alle andern, auch der mögliche Schlagzeuger,
stumm und ganz Ohr. Es gibt nur Trompeterton,

der sie alle trifft, das Kommando
zum Lauschen und Sitzenbleiben, eine zutiefst
befriedigende, noch unsichtbare Lähmung.
Trompeter scheut wie so oft das Licht,

berührt den Sampler mit seinen nackten Zehen,
wird nicht frieren. Er beugt sich nach rechts
und nach links; in gewissen Abständen tropft dann
Speichel ab, für die meisten nicht wahrnehmbar.

Trompeter streckt die Trompete dem Mikro entgegen,
dreht sie nach oben, über den Kopf hinweg,
das alles beinahe in völliger Dunkelheit,
als wär die unbemerkt von der Decke herabgesunken.

Trompeter ist eine Weile nur Nachbild,
während das Raue, der Stoß, die Stoßfolge
durch den Sampler vorbereitet wird auf viel sanftere
Weise als beim noch unbegleiteten Stück.

Nur kurz ist Trompeter allein mit seinem Instrument.
Danach tritt die Trompete vielfältig
aus allen Lautsprechern hervor, als wär sie
eine fremde, aus der Ferne herbeigeholt.

Trompeter gibt sich am Ende die Gelegenheit,
seiner Trompeterstimme zu antworten, mit einem Dauerton,
zu dem er sich Luft holt aus beiden Backen,
während ganz von allein die Nase weiteratmet

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Mittwoch, 22. April 2015

DZL-15 JUNGE FRAUEN AM BALKON

dem kleinen Mann macht die Situation einen Gefallen:
zwei junge Frauen, die einander fotografieren, nur für ihn

in den Spalten der Fensterflügel auf dem Balkon sichtbar;
das erleichtert den Voyeursblick, der schon das schrittweise

Abtasten jedes Zentimeters Haut am Monitor vorwegnimmt.
Beide mit Hüten, braunen Sandalen, als wären sie ein-

und dieselbe. Sie treten mit anderen ins Bild, inzwischen
Hinzugekommenen, federnd, rollen die Füße ab, stellen sie

lässig nebeneinander hin, grätschen die Beine, verschränken
die Schenkel, während sie oben Model und Fotografin sind,

nur aufeinander ausgerichtet, ungeachtet der überwältigenden Kulisse.
Zwischen ihnen das unbedingte Glück dieses Moments:

Man nimmt Posen wie Freundinnen ein, deren Begehren
nicht stillgelegt ist, Lachen und Übermut. Von rechts

der kleine Mann hinter seiner noch kleineren Frau,
die ihren Schirm abwehrend dieser Mädchenansammlung

entgegenstreckt, während er die Brust wölbt, den Hals dehnt:
Er atmet puren Sauerstoff, fixiert auf die Halluzination derer,

die alle für ihn Töchter und Geliebte abgeben müssten, an Ort
und Stelle, zugleich Engel, ohne einen Hauch von Widerstand

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Sonntag, 22. März 2015

DZL-14 MUNDSCHUTZ FÜR ÜBERTRÄGER

es begann mit strahlenden Augen,
auf einer Schnitzerei im Rasen vor der Pulmologie.
Und gleich hinter der Tür der Mundschutzspender:

Wir zogen uns die Dinger schnell über,
denn an jeder weiteren Tür
klebte ein Plakat mit Mundschutz-Gesichtern.

Und oben der Griff zum Desinfektionsmittelspender.
Es roch »entsetzlich«; und »schrecklich«
die Farben der Möbel und Vorhänge –

Hellgrün, Lila, Braun, Schwarz, Rosa –,
die auf keinen Fall in ein Krankenhaus passten;
vier Sessel, zwei Schränke, Tisch und Bett; und Isolation.

Wir hatten den Kranken als Gesunden erachtet,
ihn überall berührt: an den Wangen,
Augen, Ohren, am Mund;

an den Gliedmaßen, am Geschlecht.
Wir mussten ihn pfleglich behandeln,
ignorieren die Eifersucht seiner Töchter,

zugleich eine Abfolge der Teilnahme arrangieren,
um gleichartig in den Genuss seiner Haut und Haare,
seines Fleisches zu kommen.

Über die Venen drangen wir in seine Lunge vor.
Dort konnten wir alle Verschattungen pflücken,
diese klebrigen Bakterienhäufchen,

die so gern in seinem Körper zuhause waren
und ins Unendliche zu wachsen schienen,
ungeachtet dessen, dass aus uns nun Überträger wurden

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Sonntag, 15. März 2015

DZL-13 KONTROLLE VERLIEREN

Kontrolle verlieren, im Nebenraum,
wo alles aufgetürmt ist, was wieder
zurückgeräumt werden muss,

sollten die Geliebten je wieder kommen –
so oft verschoben ihr Gelübde,
hier Platz einzunehmen, Tisch und Bett

und einiges andere Lebenswichtige
nochmals zu etablieren. Kontrolle verlieren
auch ohne ein aufgespanntes Leintuch,

zwischen Sesseln, aufgehäuften
Polstern, auf Sofas, Matten, im Staub zu jeder
Tages- und Nachtzeit – es ist erlaubt.

Kontrolle verlieren: keine Schlafprobleme,
keine Selbstbestätigungsprozeduren,
kein Nacktheitsentschuldigungsgetue.

Einmal so schreien, einmal in herrlicher Wut sein.
Einmal in Windeln gegen die Wand fahren.
Einmal keine Körperverschlüsse denken.

Einmal begriffslos wie neugeboren.
Einmal entdeckt und Entdecker zugleich.
Einmal der unschuldig Lernende

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Dienstag, 24. Februar 2015

DZL-12 FRESSEN UND WUCHERN

Gedichte zu fressen ist nicht
meine Sache. Ich lese langsam.
Ich verweigere das Lesen, oft auch das Essen.

Zur Not kommt in den Nächten so etwas
wie Kulturhunger zutage: hungrig
zu sein nach etwas nicht genau zu Definierendem,

in dem sich das Weiteste mit dem Nächsten verbindet,
die Pflanze mit dem Objekt aus dem Kuipergürtel.
Auch die Pflanze würde ich nicht fressen,

nicht weil sie nicht schmeckt oder noch grün ist:
ich habe sie schon so lang als Genossin akzeptiert,
dass sie ein Teil von mir zu sein scheint,

eine Leibesknospe. Vielleicht ist es deshalb
ein pflanzlicher Geruch, der mir entströmt.
Ich verströme mich schon jetzt als zukünftiges

Sediment, staubförmig oder als Film, der sich irgendwo
festsetzt und wuchert. Gedichte wuchern nicht.
Gedichte sprießen aus unterirdischen Quellen,

die wiederum sich von Metaphern nähren.
Ich hasse Metaphern, weil sie ein verkehrtes
Weltbild erzeugen: das allseits Zusammenhängende

ist zugleich das allseits Verdrängte.
Der enthüllende Wohlklang ist eine Leibeseigenschaft,
die sich im Lesen ereignet, als eigene geduldige Zutat

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Donnerstag, 12. Februar 2015

DZL-11 SCHWIMMERIN

wenn sich das Tor geöffnet hat, fährt allen in ihren Booten
etwas wie ein Blitz ins Gesicht: die unerwartete Schönheit,
zugleich Verschlossenheit dieser Figur, die gar nicht strahlt,
aus ihrem Schatten heraus einen Moment lang alles stocken lässt.

Ein Zufall, dass die Vorbeifahrenden nicht nach vorne schauen.
Der Gondoliere gibt keinen Hinweis; nur ein glücklicher Impuls,
wenn jetzt jemand den Kopf nach links wendet, weg
vom fotografierenden Mann, vom Kind, Handy der Freundin,

und das Vorbeischweben stoppt, indem er im Reflex
mit allen Sinnesmöglichkeiten das Blickfeld erfasst und fixiert.
Nichts ist zu erforschen in diesem Moment, die Blitz-
erscheinung dieses Wasserwesens auf dem Silberball

setzt nur in der Phantasie Fragen in Gang, scheint sie doch
im Gleichgewicht zu sein, auch in einer höchst kippeligen Position.
Ihr Gesicht nicht zu sehen, nur die Badehaube,
ihr Badeanzug, die angezogenen Beine, die Knie

hinter den aufgepressten, viel zu großen Händen.
Man denkt vielleicht an ein Gleichgewichtszittern,
andauernde Anstrengung, nicht samt der Kugel ins Rollen
zu kommen, die vier, fünf Stufen herunter ins Wasser,

wodurch die sensible Verklammerung von Frau und Globus
mit einem Schlag gelöst sein würde. Ein rundes Ding
schwimmt, bleibt obenauf; doch die Schwimmerin –
in ihrer glatten dichten trockenen Schönheit, anscheinend

mit geschlossenen Augen, ohne Schwimmbewegungen -
taucht nicht mehr auf, verschwunden im Nachbild.
Zurückbleibt ein heftiges Drängen, zwingender Grund,
die Bootsfahrt gleich nochmals von vorn zu beginnen

(2013)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Sonntag, 1. Februar 2015

DZL-10 BRAUTMASCHINE

ein Mann braucht nur eine Wand und eine Braut.
Er braucht nur Gerümpel, das er an der Wand
so aufbaut, dass es ausschaut, als sei alles da
für eine eigenständige Hochzeit. Ein Mann braucht eine Braut,

die sehr verliebt ist, eine Holländerin vielleicht,
die er erst einmal im Leben gesehen hat, eine Schwedin,
die jedem das Bett überlässt, der arm und heimatlos ist.
Ein Mann braucht eine Zugsbraut, die mit Nachtzügen

vertraut ist, mit ungebremsten Waggons, mit Schlüsseln,
die Waggontüren sperren, mit schlaflosen Zugnächten.
Ein Mann braucht eine Flugbegleiterin, die es managen kann,
Botschaften während des Auftischens und Abräumens

zu hinterlassen, die es schafft, unter ihrer roten Uniform
ihren glatten dichten schweißlosen Körper auszustellen.
Ein Mann braucht eine Volksschullehrerin, die all ihr Zusatzmaterial
in Schachteln packt und von einer Schule zur andern wandert,

immer guten Mutes, gegen Unlust, Unverständnis
ohne Gesichtsverlust beharrlich anrennt. Ein Mann braucht
eine Bautechnikerin, der Männerwiderstand so in Sinn
und Geschlecht übergegangen ist, dass sie sich

ohne Schwierigkeiten aufpumpen kann in ihrem Overall,
auch die Stimme anpassen jeder Männerchorgruppe.
Es gibt viele Möglichkeiten, allein in einen Raum zu gehen
und begattet herauszukommen, zweifach beringt

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

Donnerstag, 15. Januar 2015

DZL-09 WIR GLAUBTEN AN DAS BLUT

wir glaubten an das Blut.
Dieses Wir ist mit Vorsicht zu betrachten:
Ich glaubte an das Blut,
das in meinem rechten Auge aufgetaucht war
und nicht verschwand.

Sie glaubte an mein blutiges Auge,
auch an ihre Schwarz-Weiß-Welt,
voller Symbole, Gleichnisse und Allegorien.
Wir diskutierten nicht, wir schrieben.

Die Zeiten der Gemeinsamkeit
spalteten sich auf in einen betriebsamen Tag bei ihr,
bei mir in die übertriebene Nacht.
Sie brach sich den Fuß auf der Promenade,
ich ließ mir die Linsen tauschen.

Ich beschrieb diesen Vorgang viel genauer
als sie ihren sogenannten Hinfaller am See.
Ich sah durch die Plastikaugenabdeckung
auf die Brillensammlung, die nun völlig wertlos war.

Ich glaubte an das Blut,
das jetzt aus den Augen tropfte,
auch daran, daß sie die Regentin der Blitze war,
die beim Kopfschütteln rechts und links auftraten.

Mir war das Blut wichtig,
man malt mit Blut, nicht mit Wasser.
Man lässt das eigene Blut in die Ferne schwappen,
um die aus der Ferne Schreibende heranzuholen.

Dem geht immer auch eine Art Lüge voraus,
eine Art Hoffnung, ein schleichendes Verschleiern.
Und Eintrübungen, Verschwommenheiten
die sich über jedes Bild gelegt hatten,
erzeugten tagblinde Bilddissonanzen,
prächtige Sehängste, die völlige Blindheit prophezeiten.

Blut auch, was ich aus ihren Sätzen herausgepresst hatte.
Ohne Ekel noch Lust, es aufzuschlürfen,
es war so abstrakt, so kalt, so klebrig, so unnachahmlich nicht ich.
Wäre es heiß gewesen, wär es augenblicklich
auf mich übergesprungen, mit einem Bilderregen.
Fraglich, ob ich mir diese fundamentale Nässe
je gewünscht hatte, auch nicht während der Operation.

Mit Blut hatte ich die Zeit gedehnt,
aber auch schrumpfen lassen.
Ich konnte es in meiner Faust zusammendrücken
zu unsichtbaren Blutmännchen,
auch Blutwürfel, Blutkegel, die tanzten.

Diese Frau war zuerst nur ein Foto gewesen,
immer wieder zwischen Versen aufgetaucht,
mit dunkel geschminkten lachenden Lippen.
Ich hatte sofort ihren sehr blauen Augen vertraut,
der ein wenig verwischten Augenumrandung,
den zum Kinn hin gebürsteten Haarspitzen.

Es war ihr geneigter Kopf,
der mein Blut stoppen konnte, die bloßen Schultern,
die Andeutung eines starken Willens
zur Umwölbung aus der Ferne.

Sie lag auch auf einer Couch,
nicht mit mir, einem nackten Tätowierten,
der niemals ich sein könnte;
ich bin ein Blutmann, kein Tattoomann,
keiner mit Hautverwandlungsphantasien.

Und dann so klein und kleinmädchenhaft
mit aufgestützten Armen im Schlafanzug
nach rechts blickend hin zu dieser Figurenkontur,
in die ich nie hineingepasst hätte.

Ich hatte sie gebraucht zur Niederhaltung der Angst,
die in mir aufstieg unter dem grünen Papiertuch,
wo mich der Bluttransport in meinem Körper ängstigte,
wo ich mich als allgemeine Blutquelle erfuhr,
während die draußen an mir herumwerkten.

In diesem linsenlosen Moment, im Gleißen,
das nicht zu vermeiden war,
war dieser Satz plötzlich nicht mehr gültig:
Wir glaubten an das Blut.

Das eine Wir hatte einen Gips am Fuß,
der nur maximal Dreiviertelschritte erlaubte;
das andere lag da und dachte nur:
Schluß damit, kein solches Licht

(2014)

(Erschienen in: Der zarte Leib, Edition Korrespondenzen, 2015)

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