Die Berliner Entscheidung

Freitag, 8. März 2013

DB-87 (31) (Du sagst, ich soll die Schuhe ausziehen)

Du sagst, ich soll die Schuhe ausziehen. Gut, ich ziehe die Schuhe aus. Der Druck auf den Fersen verschwindet nun langsam.

Ich soll mich bequem hinsetzen, verlangst du. Ich probiere herum, lasse meinen Körper probieren, der dann eine Lage findet, die ihn weniger spannt. Ich bin nicht entspannt, aber auch nicht mehr durch und durch verkrampft.

Ich schwitze. Ich bin aus Angst vorm Zuspätkommen in Schweiß geraten. Schweißdrüsen, Herz, Lunge, Magen - die sind meiner Kontrolle entzogen. Wenn ich aber so vor dir sitze, möchte ich alle Funktionen meines Körpers kontrollieren.

Du sagst, es gibt nur mich und meinen Körper und das, was mein Körper jetzt fühlt. Es gibt nur diesen Schmerz, der sich langsam löst.

Du sagst, ich soll mich beharrlich auf meinen Körper reduzieren. Auch der Körper hat seine Geschichte, ist deine Geschichte, sagst du. Er repräsentiert deine Geschichte, aber er hat keine Schuld. Es gehe darum, sagst du, während sich meine Spannung zu lösen beginnt, während meine Zehen sich, ohne zu knacksen, bewegen lassen, meine Fersen mir wohltun, meine Wadenmuskeln keine beißenden Striemen mehr sind, während mein Herz nicht mehr sticht und der Magen ohne Beschwerde zu arbeiten beginnt, während Zunge, Zähne und Zäpfchen einfach da sind, um bei geschlossenen Augen eine Antwort zu formulieren, es gehe darum, einmal völlig von der Schuld abzusehen, das Verdrängte dort zu lassen, wo es ist. ja, sag ich (und meine, es ist die Wahrheit), in meinem Körper brodelt die Lösung aller vergangenen Schuld als augenblickliches Wohlbefinden.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Kap. 21: 52, 53, 54
Kap. 22: 55, 56, 57, 58, 59, 60
Kap. 23: 61, 62, 63
Kap. 24: 64, 65, 66, 67, 68, 69
Kap. 25: 70, 71
Kap. 26: 72
Kap. 27: 73, 74, 75, 76, 77
Kap. 28: 78, 79
Kap. 29: 80, 81, 82
Kap. 30: 83, 84, 85
Kap. 31: 86, 87

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Mittwoch, 6. März 2013

DB-86 31 (Du bist meine neue Therapeutin)

31


Du bist meine neue Therapeutin. Du sagst, ich soll alles vergessen, hast aber einen Lebenslauf verlangt. Du sagst, ich erscheine hier in diesem kahlen Zimmer, dessen Möbel nur zwei Sessel sind, auf denen wir einander gegenüber sitzen, nur als Körper, als Körper, der ankommt, schwitzt, weil er zu spät aus der Straßenbahn ausgestiegen ist, weil er sich in Sicherheit gewiegt hat, weil er dachte, er würde noch zurechtkommen. Mein Körper ist rechtzeitig in die Straßenbahn eingestiegen, hätte noch genug Zeit gehabt, um sich deiner Ordination gemächlich anzunähern. Aber auf einmal habe ich bemerken müssen, daß ich eine (die einzig richtige) Station übersehen habe, weshalb ich überraschenderweise schnell gehen mußte, nach dem richtigen Weg fragen, mir Sorgen machen, daß ich nicht zur ausgemachten Zeit bei dir eintreffe. Daher der Schweiß.

Du fragst, ob ich Schmerzen habe. ja, ich habe Schmerzen. Das Übliche, der Kopf. Der Kopf schmerzt, wie so oft, aus unerklärlichen Gründen. Auf einmal ist der Kopfschmerz da, dann ist er wieder weg. Achte ich auf den Schmerz, ist er nicht da. Oder er ist mit äußerster Heftigkeit da. Manchmal, wenn ich zur Arbeit gezwungen bin, wenn ich eine Verabredung einhalten muß, nehme ich ein Apa oder auch ein Gewadal, selten zwei. Ich spüle die Tablette in mich hinein und warte darauf, daß sich der Schmerz beruhigt.

Du sagst, ich soll meinen Körper beobachten, soll darauf hinarbeiten, mich zu entspannen. Wie kann ich mich auf diesem Sessel, diesem Folterstuhl, entspannen? Es ist ein furchtbarer Sessel, der wenig Halt gibt, hart und glatt ist. Ich hätte mir hier einen komfortableren Sessel gewünscht, einen, wo das Entspannen leichter gelingt.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Siehe auch:

Kap. 1: 1, 2, 3
Kap. 2: 4, 5, 6
Kap. 3: 7, 8, 9
Kap. 4: 10, 11, 12
Kap. 5: 13, 14, 15
Kap. 6: 16, 17, 18
Kap. 7: 19, 20
Kap. 8: 21, 22
Kap. 9: 23, 24
Kap. 10: 25
Kap. 11: 26, 27, 28
Kap. 12: 29, 30
Kap. 13: 31, 32
Kap. 14: 33
Kap. 15: 34, 35, 36
Kap. 16: 37, 38, 39, 40
Kap. 17: 41, 42
Kap. 18: 43, 44, 45
Kap. 19: 46, 47, 48
Kap. 20: 49, 50, 51

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Montag, 4. März 2013

DB-85 (30) (Stallschreiberstraße, Alte Jakobstraße)

Stallschreiberstraße, Alte Jakobstraße. Ein Schlauch zwischen zwei Mauern, rechts die aus grauem Beton wie bisher, links eine aus roten Ziegeln, oben mit Stacheldraht bewehrt. Bunt bemalte Panzersperren. Und oben Leuchten, die diese Hindernisbahn nachts in grelles Licht tauchen würden.

Blackout, Blackout. Josef, mit zerschmettertem Hinterkopf, liegt vor Stefan im Schnee. Volltrunken ist er auf den Balkon seiner Wohnung getreten, hat sich, ein Studentenlied singend, auf das Geländer gesetzt, ist abgerutscht. Er bewegt sich nicht. Er gibt keinen Laut von sich. Stefan sieht, wie sein Blut vom Schnee aufgesogen wird. Mehrmals schnauft und quiekt in Todesangst ein Schwein. Der Hammerschlag auf den Kopf hat es nicht betäubt. Seine Reflexbewegungen haben den Stich von der Halsschlagader abgelenkt. Josef, nun wieder lebendig, in Gummistiefeln, drischt mit wütendem Gesicht auf das Schwein ein. Gleich ist es tot, schon blaugefroren am Boden, während Josef sich schwitzend und mit glücklichem Lächeln aufrichtet, seinen Fuß auf dessen Unterleib setzt und mit dem blutigen Messer winkt. Bevor er aber auf Stefan zugehen und ihm die Hand zur Begrüßung geben kann, muß er sich mit einem jähen Ruck abwenden und übergeben.

Blackout, Blackout. Stefan hat sich bereits bis zur Zimmerstraße vorgearbeitet. Blöde Mauer. Mauer go home. Ich komm rüber. Ein schwarzes Strichmännchen steigt auf einer Strichleiter bis zur Mauerkrone hinauf. Lieber rot als tot. Als Stefan einer weiteren Plattform gewahr wird, in unmittelbarer Nähe des Übergangs Kochstraße, wo betrunkene Jugendliche provozierende Sprüche brüllen, läßt er das Haus am Checkpoint Charlie links liegen, steigt in die nächste U-Bahn und kehrt in die Wohnung Josefs zurück.

Unter der Dusche überfallen ihn die Schatten Lenas, Julias und der Phosphoreszierenden Frau. Er will Lena herausfiltern, um zumindest in Gedanken bei ihr zu sein. Aber sie wird von einem Bild aus dem U-Bahn-Schacht verdrängt: Dort ist ein Mann in einem schwarzen Ledermantel gestanden, völlig bewegungslos zwischen den an ihn Vorbeihastenden, den kurz Stehenbleibenden, ihn kurz Fragenden, ein Ledermantelmann, der seinen Kopf völlig mit Leukoplast verklebt hat, sodaß nur zwei Schlitze für die Augen und zwei kleine Löcher zum Atmen offen geblieben sind. Leukoplast bedeckt seinen Hals, seine Brust. Mit Leukoplast sind auch seine Hände, seine Beine, seine Turnschuhe umwickelt. Schließlich geht er mit abgehackten Schritten auf Stefan zu und bleibt in etwa einem Meter Entfernung vor ihm stehen. Er blickt ihm in die Augen, wortlos, ohne mit der Wimper zu zucken.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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Samstag, 2. März 2013

DB-84 (30) (Rechts gegenüber)

Rechts gegenüberfolgt ein noch siegreich besetztes Haus, dessen frische Farbe deutlich von den verrotteten Fassaden der übrigen Häuser absticht. Keine kriminelle Fluchtburg für Spekulanten. Danach Häuser mit teilweise kaputten Fenstern. Häuser mit abbröckelndem Verputz. Häuser ohne Eingangstüren oder mit verrosteten Türflügeln. Häuser mit verstaubten Auslagen, fettigen Scheiben, hinter denen nur ein Schraubenhaufen liegt, ein Stapel Schmierseife oder ein Bündel Plastiktaschen, vollgestopft mit alten Kleidungsstücken.

Nach links in die Naunynstraße. Zwei Plastiksessel, auf die eine zerschlissene Ledertasche plaziert worden ist, erscheinen Stefan als eine höhnische Aufforderung zum Niedersetzen und Ausruhen. Eine Auslage mit Fotos von türkischen Männern, türkischen Paaren, türkischen Familien, Teller mit und ohne Goldrand, in der Mitte ein Farbfoto. Leider nicht zu vermieten ist über dem zerschrammten Tor des Hauses Nr. 3 8 zu lesen.

Am Oranienplatz ein ausgebrannter Doppeldeckerautobus. Ins Blech eingraviert: Skins verreckt!

Um die Ecke ein besser erhaltenes Haus, dessen Feuermauer ein Gemälde ziert. Aus den Fenstern eines Gebäudes, hinter denen jeweils Paare starr herausblicken, wächst vor einem blühenden, haushohen Baum ein riesiger Arm mit einer Faust, die eine überdimensionale Spritze zerschlägt; rechts darunter ein grauer Atommeiler, ein Schornstein, eine Rakete mit einem roten Quadrat, ein blutbeflecktes Schild mit der Aufschrift Ruhe.

Stefan erreicht jetzt den Leuschner Damm, eigentlich eine Mulde, in der sich Schneewasser sammelt. Dahinter die Mauer, die West-Berlin umschließt und hier parallel zur Waldemarstraße verläuft. Rissige Fahrbahn, Schneereste, Rinnsale. Leichte Sonne kommt durch die Smogdecke.

An der Ecke zur Luckauerstraße ein betonfarbener Kirchenkasten, dessen Außenwände ebenso mit Namen und provozierenden Aufschriften besprüht worden sind wie die Mauer, die etwa in der Höhe zweier aufeinanderstehender Männer eine Betonröhre aufsitzen hat.

Stefan besteigt das Eisenpodest, das plötzlich vor ihm aufragt, um von dort auf den dahinter liegenden Streifen und die zweite, hier weiß gestrichene Mauer und die davor liegenden Panzersperren blicken zu können. Ehe er sich entscheiden kann, ob er den Wachtturm mit den aus Ferngläsern auf ihn schauenden DDR-Grenzsoldaten fotografieren soll oder nicht, wird er durch ein metallisches Klirren aufgestört. Um die Ecke vor ihm biegt ein gepanzertes Fahrzeug. Auf ihm ein Alliierter, wahrscheinlich Amerikaner, hinter einer Konsole, auf der ein drehbares Maschinengewehr befestigt ist. Als er Stefan auf der Plattform wahrnimmt, schreit er dem Fahrer etwas zu, der darauf krachend herunterschaltet. Der Schütze hält sein MG direkt auf Stefan gerichtet, der durch sein Teleobjektiv die Absicht des Mannes zu erforschen versucht. Der Soldat nimmt den Finger nicht vom Abzug.

Stefan bekommt plötzlich Angst und duckt sich. Es könnte sich um einen Verrückten handeln, der die Pappkameraden satt hat; um einen verkleideten agent provocateur. Der Schütze grinst und hält den Fahrer zum Weiterfahren an. Bevor das Fahrzeug verschwindet, dreht er sich nochmals um und hebt die Hand zum Victory-Zeichen.

Knieweich stolpert Stefan von der Plattform. Aufgebracht tappt er weiter, jetzt erst recht nicht ablassend von der Absicht, den Rand der Welt von dieser Seite zu erkunden. Häuserruinen, bewohnte Häuser. Schilder, die auf Englisch, Russisch, Französisch und klein auch auf Deutsch vorm Verlassen des amerikanischen Sektors warnen. Leben lieben sterben. Es lebe die illegale SED. Hi Caroline your name is on the wall. Liebe die Sonne. Fuck SS 20. Lilli Berlin.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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Donnerstag, 28. Februar 2013

DB-83 30 (Kottbuser Tor)

30

Kottbuser Tor. Stefan verläßt die U-Bahn. Aufgewacht ist er in der Wohnung Josefs in einem Haus am Winterfeldtplatz, dessen Innenhof am Vormittag die seltsamsten Laute produziert: Kreischen, als würden sich Papageien um etwas streiten; hohes, höllisches, unbarmherziges Gelächter, das plötzlich abbricht und unvermutet wieder anfängt; scheinbar hymnisches Stimmengewirr, an- und abschwellend; dazwischen Klatschen, wie Schläge auf nackte Haut, und blechernes Trommeln. Zuerst glaubt er, ein Musikstück werde geprobt. Dann erfährt er vom ersten im Bad auftauchenden Mitbewohner Josefs, daß das die Mongoloiden seien, die in einem Seitentrakt untergebracht sind.

Nehmt Abschied. Überall diese Sprücheklopfer, die sich mit hakiger Schrift ins Hirn graben wollen. Nehmt Abschied schreit die Steinwand neben der Bäckerei, wo sich Stefan die Frühstückssemmeln geholt hat. Kill Reagan tomorrow auf einer grauen Wellblechjalousie, tomorrow rot durchgestrichen, ersetzt durch now. Und gegenüber auf einem Gebäude, das gerade renoviert wird: Glaube & Hoffnung in Orange auf einer kleinen, weißen Tür inmitten bloßen Ziegelwerks, über das ein gesprühter Pfeil zu einem weiß verputzten Quadrat mit einem zugenagelten Fenster führt, das in Großbuchstaben Hoffnung verkündet.

Neben dem Markt eine steil anfragende Hausrückwand, deren Botschaft: Berlin stirbt abrißweise. Gleich dahinter der Kran, der sich im Moment nicht an die Aufforderung der winzigen, gelben Zettel auf den großen Werbeplakaten für Zigaretten, Schokoladen, Kameras und Autos hält: Bewegt euch, bewegt euch. Der Kran ragt.

Dagegen die riesige Kugel der Fa. Geld Geier & Co auf dem in grellen Farben bemalten, flachen Klosettbau zerstört unbarmherzig ein mehrstöckiges Haus, während rechts, über einer schwarzen Autobahn, die geradewegs in den Himmel führt, die Sonne vor Trauer aus der Fassung gerät.

Ohne Bullen kein Krawall. Stefan stößt auf Schritt und Tritt auf die grünen Männer mit den Schlagstöcken und den Walkietalkies, an den U-Bahn-Eingängen, vor den Kaufhäusern, auf den Straßen. Überall parken Polizeiautos und Gefangenenwagen. Ein großes, weißes Plakat, das mit den Aufschriften Bleiben Sie hier! Kommen Sie mit! locken will, zeigt keine Polizisten, nur einige Repräsentanten des Bevölkerungsquerschnitts, von Sprayern mit Augenbalken versehen und einem Ersatztext: Hauen Sie ab!

Kottbuser Tor. Hinter dem orangefarbenen Wohnsilo quer über die Adalbertstraße warnt ein Verputzüberrest mit einer handgemalten Aufschrift vor einem Kraftwerk in Neukölln und den Folgen von Schwefeldioxid - Dauerhusten, Magenschmerzen, Hautreizungen, Herz- und Kreislaufstörungen. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Eine schmutzige, freie Fläche zwischen den Häusern, auf deren Mauern die Umrisse des Hauses, das hier abgerissen worden ist, zu erkennen sind. Unter einem vergessenen Schild (Stilmöbel Olfe) der Bild-Vergleich: KZ war Mord. Hochsicherheitstrakt ist Mord. Daneben eine schwarzhaarige Frau im Profil, mit rosafarbener Brille und grünem Ohr-Dreieck, die sich mit einer japanischen Kleinkamera die Nase reibt.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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Dienstag, 26. Februar 2013

DB-82 (29) (Was denn?)

Was denn?

Etwas mit Stefan, deinem Stefan. Sie halte es nicht aus, gerade jetzt nicht, wo wir einander so nahegekommen seien. Wenn ich nachhause gefahren sein würde, wäre es für sie vielleicht furchtbar, diese Gelegenheit nicht genützt zu haben. Wobei (sie schränkt meine Befürchtungen gleich wieder ein) das alles nicht so ernst zu nehmen sei. Stotternd, beinahe rot geworden vor Vorbereitungseifer kommt sie auf ihren Ludwig zu sprechen und das Leben, das sie mit ihm führt, eng und beschaulich. Die Kinder. Die Krippe. Die Schule. Ludwigs Kurse. Die Sonntage. Die Nächte.

Ich will sie nicht demütigen, lasse sie nicht länger herumstammeln. Ich verstehe: Stefan hat ihr Avancen gemacht, und sie ist darauf hineingefallen.

Nicht hineingefallen, korrigiert mich Julia, es sei doch ihre Entscheidung gewesen. Sie möge vielleicht jetzt ein wenig hilflos erscheinen, aber in solchen Situationen wie der mit Stefan sei sie das nicht. Sie habe das zuerst völlig abgelehnt, dann aber heftigst begehrt. Nicht Stefan sei ihr wichtig gewesen, sondern dieser Akt, der ihr bewiesen habe, daß sie noch nicht zugeschüttet, noch nicht abgestorben sei. Kein lauwarm tröpfelndes Zärtlichkeitsgeschmuse sei es gewesen, wozu es sie getrieben habe, sondern ein Ringen auf Leben und Tod; ein Untergangsdrama, das ihr erlaubt habe, wieder aufzustehen und sich als ganzer Mensch zu fühlen.

Ja, was soll ich darauf sagen. Ich bemerke, daß die Teller noch auf dem Tisch stehen, die Essensreste, was mir Anlaß genug ist, aufzustehen, abzuräumen, Wasser in die Abwasch einzulassen. Es ist doch überhaupt nichts geschehen. Jeder soll zu seinen Gefühlen stehen. Jeder Austausch ist überall möglich, wenn er möglich ist. Niemand hat mich betrogen, ich fühle mich durch Julias Wahrhaftigkeit geehrt.

Dann die andere Version: Mein Freund betrügt mich mit meiner Cousine, die vorgibt, meine beste Freundin zu sein, derzeit. Die klein, unscheinbar und begossen dasteht und eine Strafe erwartet, damit sie sich selbst nicht bestrafen muß. Ich als ihr Werkzeug, Strafgöttin. Aber die härtere Strafe ist die Strafverweigerung. Daher vorerst einmal Funkstille, behendes Vor-sich-Hinarbeiten, Versinken in der Wiederholung bestimmter Körperbewegungen. Wegwischen, was hier aus dem sprudelnden, schäumenden Wasser auftaucht, glänzendes Geschirr, mich widerspiegelnd, nur mich.

Plötzlich ein Wecker, der Julia daran erinnern soll, ihr Kleinkind abzuholen. Ich verspreche ihr, der vor ihrer Rückkehr aus der Schule heimkommenden Nicole zu öffnen, weil sie den Schlüssel nicht mitgenommen hat.

Lang halte ich das Alleinsein mit meinen Aggressionen nicht aus. Hinaus, immer größere Kreise, Verlängerung der Bedenkzeit, zunehmender Schmerz, der in Bewegung umgesetzt werden muß, mich schließlich zu einer Fahrt mit der S-Bahn anstachelt, zum Zentrum, zur Anonymität, zum Unterschlupf in einem gleichgültigen Hotelzimmer unter die gleichgültige Decke, die gleichgültige Brause, wo mich Stefan nie finden wird, sollte es ihm einfallen, mich suchen zu wollen.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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Samstag, 23. Februar 2013

DB-81 (29) (Genau das tue ich)

Genau das tue ich, genau deshalb stehe ich bei Julia in der Küche, einer beinahe so dampfenden, heißen, wie ich sie in meiner Kindheit so gern als Gegensatz zur kalten, unberührbaren Küche meiner Mutter aufgesucht habe. Mehrere Töpfe, in denen es vielstimmig vor sich hinbrodelt. Die Suppe, das Gemüse, die Kartoffeln.

Julia holt noch Zwiebeln und Pilze, deren Zerkleinerung sie mir überläßt. Sie tritt zum Herd, um in einer Pfanne Fett zu bräunen, in das sie dann mit der Hand zurechtgemodelte Fleischlaibchen drückt. Ich vermische inzwischen das Zerhackte mit den schon vorher geraspelten Karotten. Endlich gemeinsam kochen und nur Handlangerin sein. Endlich liebevolle Gemeinsamkeit mit einer Frau.

Ich erinnere mich, wie du immer alle meine Einladungen abgelehnt hast. Ich wollte dich immer in meiner Küche haben und dich bekochen. Du hast dich aber immer auf deine Prinzipien als Therapeutin berufen. Du wolltest als Anwältin mir und meinen Eltern in mir gegenüberstehen, aber nicht in mein banales Privat- und Gefühlsleben hineingezogen werden.

Du hast dich in einer künstlichen Abgespaltetheit von mir gehalten und das mit den Notwendigkeiten der Therapie begründet. Du wolltest weder meine Ohnmacht, meine Hilflosigkeit noch meine nicht gerade häufigen Allmachtsphantasien mit mir teilen. Du wolltest mir meine Chance auf Selbstbefreiung nicht vermasseln. Du wolltest mir die Erkenntnis meiner Übertragungen nicht durch deine aktive Teilnahme und Einmischung verhindern. Du wolltest meine Bedürfnisse nach Spiegelung, Echo, Zuwendung und Austausch möglichst rein herauskristallisieren.

Leider mußte ich dir immer einen Strich durch die Rechnung machen. Ich war keine brave Heilungssüchtige. Ich mußte oft (ich zitiere C. G. Jung!) deinen achso schöpferischen, ahnungsvollen germanischen Seelengrund mit meiner jüdischen Zersetzungslust als kindisch-banalen Sumpf entlarven. Leider mußte ich dich so oft in Versuchung bringen, der du immer berufsmäßig erfolgreich widerstanden hast.

Im Gegensatz zu dir entzieht sich Julia nicht. Meine Gesellschaft animiert sie. Schließlich essen wir kichernd und plaudern. Ich fühle mich nicht ausgeliefert, sondern schwesterlich offen. Und in diese aufmerksam flirrende Bereitschaft hinein sagt Julia mit einem eigentümlich verschleierten Blick, daß ihr etwas sehr auf dem Herzen liege. Etwas sei geschehen und nun nicht mehr rückgängig zu machen.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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Donnerstag, 21. Februar 2013

DB-80 29 (Die Katastrophe)

29

Die Katastrophe, erwünscht oder nicht, der Zusammenbruch. Ich werfe dir vor, daß du deine Schirmfrauschaft nicht wahrgenommen hast, daß du mich im Stich gelassen, mich ausgeliefert hast, daß du dich zu einem Hirngespinst von mir degradieren ließest. Du hast mir keine passende Verkleidung angeboten, mich in meinem Panzer verrecken lassen. Du hast mir nicht einmal brauchbare Schlagwörter geliefert, die mir den Rückzug erleichtert hätten. So ist daraus eine unbedachte Flucht geworden, unter Zurücklassung allen Gepäcks. Natürlich kannst du zu deiner Verteidigung sagen: Das war vorauszusehen. Unter einem Dach mit einem solchen Mann, unter solchem Selbstverleugnungsdruck hätte ich es sowieso nicht länger ausgehalten.

Du kannst mich bewundern: Es ist kein unüberbrückbarer Bruch provoziert worden, sondern nur ein Erholungsaufenthalt auf scheinbar sicherem Terrain. Julia ist überhaupt nicht überrascht gewesen, als ich am frühen Vormittag bei ihr aufgetaucht bin. Sie hat gleich verstanden, daß da Konflikte in der Luft gelegen sind. Hat gesagt, es habe sie frappiert, daß ich dieses Mannstrumm, das alle Frauen auf ein Zwergenmaß verkleinert, überhaupt so lang ausgehalten habe. Julia will unbedingt Details herauskitzeln, aber wozu?

Für dich: Nicht Götz ist der unmittelbare Anlaß zum Verlassen des Hauses gewesen, sondern die Aufregung um Stefan. Daß er über Nacht bei Josef bleiben würde, war vorauszusehen. Aber warum hat er nicht angerufen? Was ist passiert, das einen Anruf verhindert hat? Ist ihm etwas zugestoßen? Die Verbindung hat eben nicht funktioniert. Oder er wollte nicht mehr so spät telefonieren, und jetzt schläft er noch? Um neun Uhr jedoch nicht mehr, also hab ich Grund zur Sorge.

Dann endlich seine Stimme, die mir alles erklärt, wozu ich aber keine Erklärung abgeben kann. Er bleibe drüben, sagt Stefan, er habe mich schon mehrmals zu erreichen versucht, aber es sei immer besetzt gewesen. Die üblichen Floskeln. Dann die Sache mit dem Paß, die auch erlogen sein kann. Daß es dauern würde, sagt er, daß es nicht so schlimm sei, obwohl er nicht verstehe, wie er so wenig aufpassen konnte.

Er wolle eben nicht zurückkehren, halte ich ihm vor. Aber er verweigert jede tiefenpsychologische Deutung. Wie lange er drüben bleibe, hänge von derzeit nicht absehbaren Faktoren ab. Zuerst müsse er aufs Konsulat, was erst am Montag geschehen könne. Ich vermute, er hätte nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um doch noch heute über die Grenze zurückzukommen. Er sagt, ich unterstellte ihm, daß er bewußt eine rasche Rückkehr verhindern wolle. Ich sage, ich fühlte mich allein gelassen. Er rät mir, mich nicht mehr mit Götz einzulassen.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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Dienstag, 19. Februar 2013

DB-79 (28) (Friedrichstraße)

Friedrichstraße. Am Intershop vorbei hinunter zum Übergang. Dort stellt Stefan Netz und Pakete auf eine Bank, um den Paß vorzubereiten. Der ist aber weder in der Brusttasche seiner Jacke noch woanders am Körper. Er erinnert sich, eine schwarze Tasche mitgehabt zu haben, findet sie aber nirgends, weder zwischen den Lebensmitteln noch zwischen den Zeitungen. Daß diese samt Paß und Sexualleben verlorengegangen sein soll, kann er nicht glauben.

Stefan hastet die Stufen zur Bahnhofshalle hinauf, legt dort den Inhalt des Einkaufsnetzes und der Pakete säuberlich nebeneinander, dreht und wendet alles hin und her, immer mehr Blut im Kopf, mit immer größerer verständnisloser Ungläubigkeit.

Schließlich rafft er sich auf und erklärt einem Volkspolizisten, was ihm zugestoßen ist. Der Mann verschwindet hinter einer Tür, erscheint gleich wieder mit einem mitfühlenden Gesicht: Er könne leider nichts für ihn tun; Stefan soll sich am besten an die Bahnaufsicht wenden.

Das einstöckige Häuschen am Bahnsteig scheint nicht besetzt zu sein. Stefan wandert die Bahnsteigkante entlang und versucht seine Handgriffe im Bahnhof Zoo zu rekonstruieren. Er kann sich jedoch bei bestem Willen nicht erinnern, ob er die logische Abfolge des Versteckvorgangs der Bücher irgendwo unterbrochen hat.

Als ein S-Bahn-Bediensteter einen soeben eingefahrenen Triebwagen verläßt, erklärt ihm Stefan seine Situation. Der zieht sofort seinen ostdeutschen Kollegen ins Einvernehmen und ersucht ihn, beim Bahnhof Zoo und beim Lenker des Zuges nachzufragen, ob die Tasche nicht inzwischen gefunden worden sei. Der Ost-Berliner verspricht, sich um Stefans Angelegenheit zu kümmern. Der West-Berliner weist auf Stefans Mitbringsel und warnt ihn davor, sie aus den Augen zu lassen. Er befinde sich ja noch auf West-Berliner Boden.

Voller Selbstvorwürfe zählt Stefan zur Ablenkung die Schritte, die er braucht, um von einer Bahnsteigkante zur andern zu wechseln, um den Abstand zwischen Schutzgitter des Abgangs und Eingangstür des Bahnaufsichtshäuschens in Fuß abzumessen, bis er sich auf ein Gespräch mit dem herabgestiegenen S-Bahner, der sich jetzt, wo er offiziell heraustritt, die rote Kappe aufsetzt und seine Dienstjacke über den grauen Pullover zieht, einlassen kann.

Eigentlich dürfte er das gar nicht, sagt dieser, sich mit einem Bürger des kapitalistischen Auslands so hinstellen und plaudern. Doch gleich danach beginnt er - ganz im Vertrauen - über die Westgeld-Inhaber und Intershop-Käufer zu schimpfen. Noch mehr scheint ihn aber zu stören, daß er keine westlichen Sportzeitungen lesen dürfe. Wo er sich doch nicht für Politik, sondern nur für Fußball interessiere. Er könne nicht verstehen, was denn an den Ergebnissen westlicher Fußballspiele sozialismusfeindlich und imperialistische Diversion sein solle. Nachdem er seine Kritik so konspirativ an den Mann gebracht hat, kann er sich auf Stefans Anliegen konzentrieren. Es gebe, meint er, genügend Leute, die ein Interesse haben könnten, einem Ausländer den Paß zu stehlen.

Plötzlich läutet das Telefon, er eilt hinauf, winkt Stefan durch die Scheiben zu und hoppelt dann grinsend herunter: Eine frohe Botschaft, zeitgemäß - die schwarze Tasche sei gefunden, liege am Zoo für ihn bereit. Stefan kann kein besonderes Hochgefühl ausmachen, nur ein Nachlassen des Selbstverantwortungsdrucks. Keine blitzende Freude, kein Gefühl, daß jetzt alles wieder gut wird. Warum auch? Und warum gleich alles?

Eigentlich hat er ein solches Ergebnis erwartet, stellt Stefan erstaunt fest, als er die S-Bahn verläßt und auf die Tür der Bahnaufsicht am Zoo zueilt. Drinnen bemerkt er eine Frau, die haltlos vor sich hinheult. Einer der Uniformierten legt eine schwarze Tasche auf den Tisch. Stefan erkennt sie als seine und nimmt sie an sich, als wäre sie nie verlorengegangen gewesen, als hätte er sich ihren Verlust nur in einem Augenblick der Absenz vorgestellt. Während er hinausgeht, schreit die Frau: Der hat die Tasche gekriegt, aber wo ist meine? Wer hat sie gestohlen?

Gleich vor der Tür öffnet Stefan den Zippverschluß: Es ist alles da - das Buch, die Brieftasche, der Taschenspiegel, der Kamm, die Ost-Berliner Fahrkarten; nur der Paß fehlt. Da hilft kein Kopfschütteln, kein Weitergehen, kein Stehenbleiben, kein wiederholtes Aufklappen, Herausnehmen - sein Paß bleibt verschwunden.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Sonntag, 17. Februar 2013

DB-78 28 (Zwischen den Menschen)

28

Zwischen den Menschen, die ihn von allen Seiten bedrängen, hindurch, schon beinahe erleichtert über die herrschende Düsternis, die nur der nun doch liegenbleibende Schnee aufhellt, patzig auf den Kopfbedeckungen und Kleidern der Fußgänger und Fußflieger: Stefan auf der Suche nach Freud. Für Julia Freud, zu ihrer Freude der gesammelte Freud, ein Abschiedsgeschenk, das er sich nicht erlauben kann, weil er nicht weiß, wo er alle Bände verstecken kann. Er einigt sich mit sich auf die Traumdeutung und das Sexualleben, eventuell noch den Witz.

Sein Magen hört nicht auf zu brennen. Seine Unlust entgrenzt ihn. Daher flüchtet er zu Karstadt, sich an den Traum von Götz erinnernd. Eine Frau mit einer Riesenpackung Pampers. Hinter ihr zwei Männer, die jeweils eine Kiste Cola über die Köpfe der Kunden hinwegschwingen. Trotz seines ekelhaften Magensaftgeschmacks im Mund läßt sich Stefan in die Lebensmittelabteilung transportieren, stellt sich mit kaum beherrschtem Gesicht in die Reihe der Käufer, erwirbt bedenkenlos die fünf teuersten Käsesorten, die verschiedensten Wurstspezialitäten, alles, was es an exotischen Gewürzen gibt, und eine entsprechende Menge Knoblauch, aufgestachelt von der Vorfreude auf das notgedrungen dankbare Gesicht seines Ost-Berliner Gastgebers.

Im Bahnhof versucht er dann, die zur Einfuhr nicht zugelassenen Bücher in seiner eigens zu diesem Zweck unter dem Mantel angezogenen Jacke zu verstauen. Dazu bleibt er im Stiegenaufgang in halber Höhe stehen, legt das Einkaufsnetz mit den zusammengefalteten Ost- und West-Zeitungen, die schwarze Tasche mit Paß und Brieftasche, die Pakete mit den Lebensmitteln und Süßigkeiten neben sich auf die Stufen und verstaut die drei Bücher so in seinen Taschen, daß sie nicht auffallen können, tauscht ein Buch mit dem Paß in der Handtasche, setzt den Verteilungsvorgang fort.

Oben am Bahnsteig betrachtet er die Leute, als hätten sie sein auffälliges Hantieren als einen subversiven Akt wahrnehmen müssen und würden das sofort der nächsten Polizeidienststelle melden. Obwohl ihm eines der Bücher noch immer falsch plaziert erscheint, wagt er es nun nicht mehr, hier vor den Augen möglicher Denunzianten eine Umgruppierung vorzunehmen.

In der S-Bahn ein junger Mann mit langen, blonden Haaren, der sich sofort auf die rote Plastikbank zwischen den Türen plumpsen läßt. Die Fahrgäste, die Stefan gegenüber sitzen, beobachten ihn mit einer Mischung aus Verachtung und Neugier: Stefan muß sich zwingen, sich nicht umzudrehen, um nicht die in fremden Augen wahrgenommene Reaktion mit einem eigenen Eindruck zu vergleichen. Der Mann kommt ihm zuhilfe: Auf einmal steht er schräg vor ihm, sich zu dem dort kuschelnden Paar hinunterbeugend. Beide schütteln energisch den Kopf, ohne ihn anzublicken, worauf dieser seine Mähne emporschnellt, sie weiter auf und ab flattern läßt vor entweder eisern Vor-sich-Hinblickenden oder beinahe zornrot Anlaufenden. Seine vertrauliche Demut, sein begehrliches Flüstern, seine Schlangenbewegung von einem verborgenen Ohr zum andern, bis er sich resigniert auf die Sitzbank am andern Ende des Waggons wirft, den Körper beinahe in die Waagrechte klappt. Erst bei der Station Lehrter Bahnhof läßt er sich zwischen den schon schließenden Türen auf den Bahnsteig fallen.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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