Montag, 17. September 2012

E-15 VERHEISSUNG

„es gibt“ - und schon ist es aus.
„Es gibt“ - und schon dreht sich die Treppe
im Kreis, die tätsächlich existente,
18 Stufen, gewendelt, im Oberlicht, und ich,
heraufgehumpelt, hinunter und rauf,
im Finstern, um die drei Schlafenden
in ihrer menage a trois nicht aufzuscheuen.
Schön, immerhin, ohne Herzlosigkeit
mir gegenüber, und dieser Geruch, der diesmal
nicht auftaucht, nach Karbid.
Du schnüffelst, als würde das Paradies
auf dich warten, ein winziger Spalt offene Tür,
die du kennst, zum Zimmer, in dem du dahinsickerst,
als wärst du nur eine wolkige Wasserfigur,
gehalten vom Zusammenspiel von Flieh-
und Schwerkraft, etwas völlig
unanständig Denkbares, eine Denkspirale,
die dich schon im Erdgeschoß angetrieben hat.
Unten ein Blitzgedanke, oben die permanente
Gefahr, der du momentan entgangen zu sein scheinst.
Dein Fuß im Verband. Bald flach auf den Boden,
um Schwellung und Schmerz zu lindern.
Verheißung: die Füße entwickeln,
und dann wieder adern- und haarlose Glätte,
etwas von früher her Elegantes,
ein Wettlauf, bei dem Zeit keine Rolle spielt,
ein schmerzloser Luftsprung mit Landung
auf bloßen empfindlichen Sohlen.
Es gibt einen Körper, der alles abfedert,
auch die bedeutungsvollste Verheißung

(Sonntag, 27.05.2012, 1.50 Uhr)

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