Sonntag, 10. Juli 2011

L-06e FARBEN DER VOKALE: U (grün)

grüner Nirgendort - immer anwesend;
durchwässert das Hirn, schleichend dominant.
Es sind allgegenwärtige Wellen, Romantik-
zyklen der Hoffnung, im Kontrast
zur Selbsttäuschung vom gravierenden Abschied –
wir gehen nach vorn und bleiben doch fest verklebt
im vergangenen Jahrhundert – mit jedem Dengelschlag,
Dengelton zur Schärfung von Hammer und Sichel.
Mäher in die grüne Morgenröte hinein.
Mähend fallen. Rispen, zarte, eßbare Blätter.
Weißgrünes Gras zwischen den Zähnen, grüne Leidenschaft.
Dieser kirrende Ton, den ich dabei anschlag –
wie der krähende Hahn, die Henne, die brütet,
das Lamm, das gurgelt, wenn es ausblutet

(Donnerstag, 19.06.2008, 11.20 Uhr)

(Mehr dazu hier und hier, hier und hier)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 22)

Freitag, 8. Juli 2011

L-06d FARBEN DER VOKALE: O (blau)

Blau – eine Art Leiden, damals; dazu diese
eigenartigen blauen Sterne; und blaue
Schmetterlinge, die sich unablässig
flatternd entfernen, zum Bildrand hin.
Mühsam die Oden, die die Lehrer verbreiten,
leere blaue Augenblicke. Ein Schüler greift
in die Tasten, bläst Flügelhorn, spielt auf
für die kriegslüsterne Partei, die sich über den
Grasteppich voranschiebt, mit blauen Fahnen.
Blau der Männergesang, der Frauenchor.
Blau jeder Abend, angesichts
des emsig rauchenden Großvaters.
Blau markiert mit dem allgegenwärtigen
Kupfervitriol; blau in die Schürze gewickelt,
im Fürtuch ausgebreitet und gewalkt.
Dann unter der Stirn – wie so oft –
Stille; nur das blaue Dach vibriert

(Donnerstag, 19.06.2008, 11.15 Uhr)

(Mehr dazu hier und hier und hier)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 21)

Mittwoch, 6. Juli 2011

L-06c FARBEN DER VOKALE: I (rot)

rot das Gelächter, rote Irritationen,
Entfremdung, bußfertige Fluchten.

Rot der Doppelgänger, vor meinen Augen -
ertrinkt, taucht gleich wieder auf, am andern Ufer.

Rot die Steinchen im Schenkel, die Nägel darin,
frisch die Blumen am Kopf, die Wundränder.

Steht auf, rollt in Richtung Stadt, im Rausch.
Rot in die letzte Reihe im schalldichten Raum.

Beginnt hier die Schule des Lebens,
endlich entlastet von vorgeburtlicher Schuld?

Gelingt aus der Haut der Auszug, spielerisch
die Migration des eigenen Fleisches?

Es gibt tatsächlich Frauen mit roten Öffnungen,
synchron-roten Explosionen auf der Leinwand

(Donnerstag, 19.06.2008, 11.10 Uhr)

(Mehr dazu hier.)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 20)

Montag, 4. Juli 2011

L-06b FARBEN DER VOKALE: E (weiß)

weiß das Taufhemd,
die Taufmasche,
die Hand, die die Taufkarte aufschlägt
vor mir, weitläufiger Glanz.

Ausdünstungen, Schlieren
in der Küche, federnschleißende,
schnatternde Nachbarinnen,
Schatten von Engeln.

Lämmer, ihr weißes Osterblut,
im Strahlenkranz. Flieder,
weißer Fronleichnam.

Du wirst den Kalk
essen müssen, Kalkbrei, die Kalksuppe,
schon in der Kalkgrube.

Weißes Getreide,
am Dachboden aufgehäuft -
hitziges Körnerbett,
großartige Denkhöhle.

Heiße Schauer, Illuminationen,
unter Sparren und Balken,
unterm weißen Frühlings- und Herbsthimmel

(Donnerstag, 19.06.2008, 11 Uhr)

(Mehr dazu hier.)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 19)

Samstag, 2. Juli 2011

EI-07 A POET'S PROGRESS

sein jüngster Ersatzliebhaber wollte ich nicht sein,
auch nicht ein bed-visitor. Sein Bad hab ich
nie geputzt, nie seine hundert Goldfische
umgelagert, bin auch nicht in seine ausgetretenen
Patschen geschlüpft, hab seinen klapprigen VW
mit keinem einzigen Tropfen beschmutzt.

Es gab keine bellenden Hunde in der Nacht,
nur eine Unmenge Katzen, die nicht
in die Notaufnahme mußten, wenn er weg war –
sie wurden verwöhnt, von den Nachbarn,
von angereisten verwegenen Verehrern,
vom Hausfreund, von verstorbenen Dichtern.

Die Umgebung des Hauses, in dem er wohnte,
war keine Mondlandschaft, sondern sanft hügelig
zwischen Perschling und Donau, mit einer Bahn,
die ihn schnellstens nach Wien bringen konnte.
Und in der Nähe der Fichtenwald, der Tann,
der ihm Natursex gestattete, urgriechische Anwandlungen
dem Briten, in Specht- und Käfergesellschaft.

Er pflegte sein Echsengesicht, blickte aus
immerwachen Echsenaugen auf die transatlantische,
die mitteleuropäische Nachkriegswelt.
Es war überall gleich furchtbar wie immer,
provinziell nur in diesem Land, das Niveau rapid gesunken,
ohne Krawalle und Streiks, ohne Drogenkonsum.

Ihm war egal, wer seine Gedichte auswendig konnte -
er schrieb Libretti, eins zu A Rake’s Progress
die gesungen werden mußten. Wenn die Oper,
die Kulturbeamterei versagte, sang er sie selbst
seinen Katzen vor, den ungerührten Goldfischen,
wenn sein Liebhaber wieder einmal auf Tour war

(Sonntag, 9.10.2011, 0.30 Uhr)

Siehe uach hier , hier und hier.

Freitag, 1. Juli 2011

L-06a FARBEN DER VOKALE: A (schwarz)

schwarze Traube; oder auch Taube, latente.
Taube in schwarzen Anzügen in der
Taubstummengasse; schwarz der Perron,
die ganze U-Bahnstation, schwarzer Schwarm
vorm Zug, auf den sie starren, voller Hoffnung.

Schwarze Trauben, sich von allen Seiten
vor meinem Mund zusammendrängend. Und Tauben,
nicht auf dem Dach - brennend nah, genauso
in perfekter Nachahmung gemalt wie die Trauben:
zum Hingreifen, Hineinbeißen, Saft und Augen.

Griffe ich hin – die Fingerkuppen färbten sich blau,
schwarz, gelb; lösten sich ab, Finger eines Handschuhs,
Häute eines Abgestürzten, im Urwaldboden Versunkenen.
Taube, ganz in Schwarz, nun allein vor mir:
pausenlos nickt sie, ohne ein Friedensangebot

(Donnerstag, 19.06.2008, 10.35 Uhr)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 18)

Dienstag, 28. Juni 2011

0075c - SCHLAGZEILENGEDICHT: seite drei

die kampfparolen werden mitmischen
die visitenkarten werden mitmischen
die geschäftsschlüssel einbrecher landesfürsten probleme betriebe polizisten werden
mitmischen
die hotelratte lag in Wien der dieb in Linz der kaufmann erschoß polizisten statt der
hotelratte
platz den polizisten auf der lauer in Linz kampfparolen statt flugzeugstart
der kaufmann wirft probleme auf fragt verzögert
lieber verzögert statt auf der lauer
lieber visitenkarten statt polizisten
lieber skifahren baden statt in Linz
die einbrecher brauchen den flugzeugstart autounfall
die landesfürsten die einbrecher polizisten
störpotential der einbrecher landesfürsten störpotential der polizisten: der kaufmann
verzögert
sie übergaben den platz sie brauchen den platz
die hotelratte ist lieber in haft

(so.3.5.1970)

(aus dem wortmaterial der schlagzeilen der ausgaben von KURIER und PRESSE vom 2./3. mai 1970.)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 17)

Sonntag, 26. Juni 2011

0075b - SCHLAGZEILENGEDICHT: seite zwei

regierung feiert eine pflicht der stärksten eine nation der stärksten sinnvolles
sinnvolles teurer anschuldigungen Schreibers gegen doktrin der gesellschaft steirische pflicht
finanzdisput
planen enttäuscht eine regierung enttäuscht rodwdytum schüsse gegen Nixon Tepavac Brandt
verlangt schüsse Schiller
gesetz gegen regierung eine weitere neue panne Kambodschas schüsse eine panne wird
wiederholt
nicht eine pflicht Brandt Schiller eine feuerprobe Schreibers weitere umbesetzungen
anschuldigungen siegten
rowdytum für panne gegen liberale gegen us studenten sinnvolles planen soll nichts werden
Quebec
London Malta Quebec gegen doktrin für weitere feuerprobe pflicht soll teurer werden
teurer Nixon feiert panne feiert neue feuerprobe Nixon der nichts wußte
teurer Krainer enttäuscht vom gesetz gegen liberale der nichts wußte Krainer der sp fußvolk
enttäuscht feuerprobe verlangt der stärksten der regierung
regierung wird wiederholt doktrin wird wiederholt feuerprobe schüsse panne

(so.3.5.1970)

(aus dem wortmaterial der schlagzeilen der ausgaben von KURIER und PRESSE vom 2./3. mai 1970.)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 16)

Freitag, 24. Juni 2011

0075a - SCHLAGZEILENGEDICHT: seite eins

Kambodscha Kambodscha Nixons brachte kälte in mai us intervention genug
schnee in mai 8000 gi's Isreals Prag zum mai einmarschiert 8000 tobt
Isreals Moskau mut und risiko attacken einmarschiert 8000 albern
genug schnee kälte tobt Kassel für vorbereitung krieg Breschnews Prag
kälte und jagd auf sowjetfahnen zum mai 8000
Nixons start brachte albern Breschnjews mut und rede
maiatmosphäre einmarschiert
Benyas vorbereitung Kreisky für risiko
paktgipfel albern genug für 8000 forderung attacken
soll befehlen rede schneeatmosphäre nach Kassel Moskau Prag
Isreals krieg kälte zum mai und gi's Nixons Breschnjews Breschnjews
albern genug 8000 mai

(so.3.5.1970)

(aus dem wortmaterial der schlagzeilen der ausgaben von KURIER und PRESSE vom 2./3. mai 1970.)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 15)

Mittwoch, 22. Juni 2011

L-05 WILLE DES KREATORS

falsche Uhrzeit, auf der Taskleiste, plötzlich -
richtig gestellt, ohne viel zu denken,
so jedoch ein Tor in die Zukunft öffnend,
die nur ein einziger Tag war, denn an diesem,
dem sechsten, sollte der Angriff erfolgen, dessen,
der sich Kein-Verteidiger-der-Armen nannte.
Abarbeiten sollte ich mich bis zum Geht-nicht-mehr!
Tat es, eilfertig, der Magen auch: Säure bis zum Hals.
So saß ich, so lief ich herum. Der Angriff
geschah aus der Zukunft, also rückwirkend:
da in Wirklichkeit noch gar nicht eingetreten,
mit grausamen Folgen: Verlust von originären Dateien
in Fülle. Zwinkern der Unaufmerksamkeit,
den Wink mit dem Zaunpfahl, von Asien her,
nicht verstanden. Lächelnde Trösterin,
die in ihrer Kammer auf Nachrichten wartete,
empfänglich für alles: Forderungen,
Hinhaltemanöver, Anflüge von Absichten,
aus der Anonymität herauszutreten, unwiderruflich.
Wille des Kreators - zermürbend hörbar
an der Tätigkeit der Festplatte, durch nichts
zu stoppen. Verließ das Zimmer, kam wieder zurück:
unschlüssig, voller Zweifel, alles eine geplante Falle.
Zwischen Traum und Erwachen
ging alles verloren: vom nächsten Morgen her
der unangreifbare Wille, das Werk von Jahren
in wenigen Minuten überschreibend,
ohne die äußere Ordnung anzurühren –
Kunstwerk, aus unerreichbarer Ferne exekutiert

(Dienstag, 07.05.2002)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 14)

Montag, 20. Juni 2011

L-04 NIEDERSCHREIBER

er wischt ihr den Mund sauber,
er badet und küßt sie, deren einzige Bedeutung
im Wahnsinn, Weltverzicht liegt,
im Zustand des Vergessens.

Jeden Augenblick geht alles zugrund,
während der Niederschrift ihrer Hirnströme.
Es genügt zu lesen, bewacht zu werden,
Gehorsam, bis zu immerwährenden Tränen,

im schwarzen Raum oberhalb des Meers.
Zwischen Schlaf, nutzlosen Tröstungsversuchen,
Blutuntersuchungen, ergeben ausgemalten
Delirien. Zersplitterte hellgrüne Stiegen,

hochhakige schwarze Stiefel, zum Nachthemd.
Manchmal ist die Besitzergreifung zuend,
die Verwirrung der Einbildungskraft:
schrundige schwarze Tiere auf Simsen,

zwischen weißen Gittern, in der Fußbodenritzen;
grüne, auch blaue Männer, Transsexuelle,
als Verfolger, sehr klein, langnäsig; überall
bröckelnde Häuser, Spiegel, zerschmettert.

Er badet und küßt sie, die Regentin der Sätze,
unermüdlich alternd. Er schenkt sich ihr,
seine belanglose Jugend, seine Liebe
wider die Satzzerrüttung, zum Diktat

(2006)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 13)

Samstag, 18. Juni 2011

EU-10 PRESENT

wie weit zurück um Jetzt! sagen zu können?
Wie tief durch den Staub auf dem Schrank
wie tief durch das Loch im Dach
wie tief durch die Gedanken an Amar Ismail Ali
die es nur zur Hälfte hier wirklich gibt?

Anwesend anwesend.
Anwesend. Immer nur anwesend.
Die Stufen hinauf eine nach der andern
mit großen Schritten zu einem der Ausgänge.
Anwesend anwesend.

Oder hinab in den finsteren Schacht
voller Angst doch ganz automatisch.
Rechtes Knie linkes Knie
rechtslustig linkstraurig.
Anwesend anwesend.

Unten fiel ständig der Strom aus.
Doch ich verhielt mich ruhig
wollte unbedingt Panik vermeiden.
Und lief dann nach oben weg
durch die grüngrauen Lichtringe.
Und war dort überwältigt
von der unsäglichen Bläue des Tages.
Anwesend anwesend

(Donnerstag, 13.7.1989, 17.30 Uhr, London)

(Erschienen in Eurotunnel, Literaturedition Niederösterreich, 2005)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 12)

Donnerstag, 16. Juni 2011

EU-09 NIEMAND

niemand, den ich kenne, ist hier.
Jeder, der hier ist, kennt mich nicht.

Einige reden, Kinder murmelnd
im Schlaf, mit dem Kopf auf dem Eßtablett.

Euro-Lille. Rauschen im Tunnel. Hin und wieder
Maschinengeräusch, Holpern und Hämmern.

Schlagend entfernen sich Gonesse, die Seufzer der Toten.
Schöner weißer Vogel, der aufflog,

um sofort Feuer zu fangen:
Schock, der alle erfaßt, noch auf dem Kontinent.

Wolframpartikel, das zwölfte Element.
Quarks, Leptonen, Standardmodell:

Billionen Neutrinos, die mich sekündlich durchblitzen,
auch im Rückblick durch die Jahrzehnte,

auf Nietzsche, den Jungen: plötzlich sitzt er hier neben mir,
unmerklich einem Netzhaut-Sternchen entsprungen.

In keiner Nacht des durchsickernden Wahnsinns,
in keiner Postkutsche im Sturm, wie er.

Kein Mensch wie er, nicht Dynamit,
ohne heftiges Erbrechen, nur unter Wasser, im Tunnel.

Etwas Druck in den Ohren, man muß schlucken.
Nicht auf dem Markusplatz, ohne Militärmusik, Austern.

Auch kein Weinender
zu Füßen eines zutode geschundenen Pferds.

Nicht abend-, schattenwärts -
nach Westen, hinein ins vorweggenommene Licht.

So durchsticht die Poren Luft,
sammelt sich als Schwimmkörper darunter.

Kein Triumphzug durch die Waggons
unter einer unsichtbaren Narren- oder Schilehrermütze.

Und die Schwarze Madonna, Mitbringsel aus Brüssel,
die in meinem Wachtraum lächelt,

aus rosa umrahmten Augen,
wird nicht meine Pflegerin sein.

Niemand, den ich kenne, ist hier.
Jeder, der hier ist, kennt mich nicht.

Völlig unspektakulär der Durchstoß:
Ashford, Gebüsch, Felder in Streifen.

Ruhiger Horizont,
besetzt mit Frauen

(Donnerstag, 2.8.2000, 12.55 Uhr, Eurostar, nach Ashford)

(Erschienen in Eurotunnel, Literaturedition Niederösterreich, 2005)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 11)

Mittwoch, 15. Juni 2011

0074 - SAUNA

wenn der mann mit dem kübel kommt
wenn der mann mit dem kübel das handtuch propellert
nackte heiße schweißkörper aneinandergereiht ahhhh
das innere wasser duchbricht die äußeren häute
der aufguß erhört den geheimsten masochisten
de Sade hat seinen sterblichen schweißleib vervielfältigt
revolutionär-reaktionäres schwitzen im schweißbad schweißbäuche/muskeln
schweißglieder schweißfettgewebe fettgruben ahhhh
die schweißkörper träumen den ausbruch der schlacke austritt der sünde
die schweißkörper sind plötzlich nur ein gewebe aus tropfenden poren
und schweißgebadet ins wasser gesprungen
und singend den eisstrahl gegen schweißbrust/ beine
und singend eisige luft durchschritten gefeit gegen eis mit plötzlicher innenwärme
daß jetzt eine zwischeneiszeit die wahre eiszeit hingegen in 250 bis 7000 jahren
daß zur praxis theorie und umgekehrt feedback die macht des wunschdenkens
daß zum schatten zur sonne bedingungen bedingtes leben schweiß/eisbedingt
und jetzt auf der couch nur gedämpftes licht schwingendes musters
der täfelung
nur der atem die nun äußerst wichtige atmung der wichtige blutkreislauf
der wichtige blutdruck/luftdruck die wichtige luftfeuchtigkeit
jetzt auf der couch die ungeheure verbundenheit der gliedmaßen fließen
ein körper im fluß
ein körper der atmet im fluß mit träumen von wirklichkeit

(so.29.3.1970, saalbach)

(Blick ins Nebenzimmer: Nullo nullo 10)

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Free Text (1)

Dieses Weblog wird hier archiviert.

Archiv (ab 1967)

Lyrikbände:

Der zarte Leib

Friede den Männern

Das leere Kuvert

Eurotunnel

Obachter

Schreibzimmer

Romane:

Die Berliner Entscheidung

Originalverpackt oder mit Widmung über e.a.richter(ett)gmx(punktt)at erhältlich.

„...Dies ist der Versuch eines komprimierten Familienromans, zugleich ein Reisebericht, der an einen Ort führt, wo die Kriegsschäden an den Menschen und deren Behausungen noch unverhüllt sichtbar sind. Lena und Stefan, von den gegensätzlichen Seiten der Geschichte kommend, unternehmen, sich zwischen Überlebenden und deren Nachkommen bewegend, einen Versöhnungsversuch...“ (Klappentext)

Fliege. Roman eines Augenblicks

Aktuelle Beiträge

0126-1b A KIND OF DEPARTURE
the lady of the house speech-impaired since an incomprehensible...
e.a.richter - 2015-12-30 07:09
0126-1a AUCH EIN ABGANG
die gnädige frau sprachgestört wohnt sie seit einem...
e.a.richter - 2015-12-26 03:43
0107a - THE TEACHERS
the teachers leave the school the prettiest teacher...
e.a.richter - 2015-12-23 21:27
DT-001 FETISCH
(YVONNE) ihre weiße Bluse steif, ein Fetisch, der...
e.a.richter - 2015-12-21 12:12
DZL-18 DAS BETT
das Bett, das alles verraten wollte und nichts verriet:...
e.a.richter - 2015-10-07 04:22
DZL-17 PUPPI
was zu sehen ist, in einzelne Stücke zerlegen; alle...
e.a.richter - 2015-06-02 08:44
DZL-01 WIR GLAUBTEN AN...
wir glaubten an das Blut. Dieses Wir ist mit Vorsicht...
e.a.richter - 2015-05-07 13:59
DZL-02 MEIN PATTEX
mein Zauberer hieß nicht Pattex, nicht Expatt. Er lebte...
e.a.richter - 2015-05-07 13:58
DZL-03 DER ZARTE LEIB
Zartleibigkeit wird vermißt, auch intensive Zartlebigkeit....
e.a.richter - 2015-05-07 13:56
DZL-04 - ZU MEINER ZEIT
zu meiner Zeit war gar keine Zeit. Die Zeit hatte sich...
e.a.richter - 2015-05-07 13:55
DZL-06 IN DIE HÖHE SINKEN
schwierig zu lesen: Er begriff seine Geschichte. Blatt...
e.a.richter - 2015-05-07 13:53
DZL-07 TISCHLERPLATTE
mein Vater, Tischler, hatte keine Tischlerplatte, er...
e.a.richter - 2015-05-07 13:52
DZL-08 GOLD, GLANZ, HEITERKEIT
sie sagt, ich bin älter als mein Vater, als er zu...
e.a.richter - 2015-05-07 13:51
DZL-09 WIR GLAUBTEN AN...
wir glaubten an das Blut. Dieses Wir ist mit Vorsicht...
e.a.richter - 2015-05-07 13:51
DZL-10 BRAUTMASCHINE
ein Mann braucht nur eine Wand und eine Braut. Er braucht...
e.a.richter - 2015-05-07 13:50
DZL-11 SCHWIMMERIN
wenn sich das Tor geöffnet hat, fährt allen in ihren...
e.a.richter - 2015-05-07 13:50
DZL-12 FRESSEN UND WUCHERN
Gedichte zu fressen ist nicht meine Sache. Ich lese...
e.a.richter - 2015-05-07 13:49
DZL-13 KONTROLLE VERLIEREN
Kontrolle verlieren, im Nebenraum, wo alles aufgetürmt...
e.a.richter - 2015-05-07 13:49
DZL-14 MUNDSCHUTZ FÜR...
es begann mit strahlenden Augen, auf einer Schnitzerei...
e.a.richter - 2015-05-07 13:48
DZL-15 JUNGE FRAUEN...
dem kleinen Mann macht die Situation einen Gefallen: zwei...
e.a.richter - 2015-05-07 13:48

Free Text (2)

Free Text (3)

Archiv

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Suche

 

Status

Online seit 5630 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2016-01-06 11:08

Credits


A Roma etc.
Das leere Kuvert
Der zarte Leib
Detonation und Idylle
Die Berliner Entscheidung
Erste Instanz
Eurotunnel
Fliege (Notizen)
Friede den Männern
Jetzt
Licht, Schatten
Namen
Obachter
Pessimismus & Erfahrung
Schreibzimmer
Stummfilmzeit
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren