Die Berliner Entscheidung

Montag, 17. Dezember 2012

DB-046 19 (Du wunderst dich sicher)

19

Du wunderst dich sicher: Ich bin einfach in die nächstbeste S-Bahn gestiegen, nachdem ich mich aus dem Staub gemacht habe, eine Vorsichtsmaßnahme, damit dieser Silvester nicht in Unfrieden beginnen muß. Denn aufgewacht bin ich mit dem Nachgeschmack der unverschämten Vernichtung Oskars durch Götz im Herzen, was mich verbittert.

Es nützt nichts, wenn ich mir sage, daß es nicht um Götz, sondern um Oskar geht. Daß ich Götz nicht ernst nehmen darf, daß seine Gegnerschaft zwar verständlich, aber trotzdem unverzeihlich ist. Ich müßte mich beherrschen, wir sind hier Gäste. Ich dürfte Stefan nicht in meine Gefühlsfallen hineinziehen. Aber ich maßregle mich, ohne daß mich das dämpft. Ich fühle mich eingesperrt mit einer Luft, die nicht zu atmen ist, ausgeliefert meinem klebrigen Schweiß, der nicht zu stoppen ist.

Weil ich aus der Küche die Stimmen der Männer höre, verstecke ich mich unter der Tuchent und stelle mir vor, daß ich Götz, falls er auf die Wahnsinnsidee verfallen sollte, mich um Verzeihung zu bitten, nichts antworten würde. Selbst wenn er gekrochen käme, könnte ich ihn nicht eines Blickes würdigen. Aber all das traue ich ihm sowieso nicht zu. Er würde mich höchstens mit seinem unheimlichen Großmut, seiner schier unausschöpfbaren Stärke auf seine Seite ziehen und meine Parteilichkeit zermürben wollen.

Auf einmal bemerke ich, daß die beiden Buben im Raum sind. Sie wollen Stefans Kassettenrecorder und finden ihn auf dem Tisch Beates. Obwohl ich mich zeige, läßt Sascha sich von meiner Anwesenheit nicht beirren und bringt seinen Bruder dazu, daß er ihn interviewt, wobei er währenddessen seine Hand nicht vom Gerät nimmt, damit Boris es ihm nicht entreißen kann.

Wie er sich fühle. Gut, strahlt Sascha ins Mikrophon, wenn ich nicht krank bin. Nicht gut fühle er sich, wenn er traurig sei. Und traurig sei er, wenn er zum Beispiel aufgrund einer Strafe von Götz zu früh ins Bett geschickt werde. Dann lese er bis halb acht oder acht eine spannende Geschichte, und die Trauer sei weg. Und wenn er von Götz eine geknallt kriege, weine er nicht, weil er traurig sei, sondern aus Wut. Richtig traurig wäre er nur, wenn sein Opa sterben würde, Oskar-Opa. Aber der sterbe nur einmal, weshalb er eigentlich nur einmal im Leben richtig traurig sein werde.

Boris lacht betroffen, worauf sein Bruder grinst, was Boris animiert, am Gerät zu zerren, damit jetzt endlich er als der großartige Götz-Imitator, -Nachfolger und -Übertreffer zum Zug kommt.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

(Blick zum Nachbarn: B-04 PALME/RICHTEX, BAHNALOG)

Dienstag, 11. Dezember 2012

DB-045 (18) (Stefans Drecksepisode)

Stefans Dreckepisode anerkennt Götz als Exempel dafür, daß man manche Menschen vor sich selbst beschützen müsse. Damit schafft er den Sprung zu Beate. Die wolle nämlich geführt werden, ohne daß sie es merkt. Was er eigentlich gar nicht gern tue. Aber es sei nun einmal so, und das sei die eigentliche Schuld des Alten: daß er seine Tochter süchtig nach heimlicher Führung gemacht habe. Er brauche nur einen Satz zu sagen, und schon brächen die alten Wunden wieder auf.

Es genüge, wenn das Gespräch auf die Wirtschaft komme, auf die kleinen Fehler im Mechanismus, die sich zu großen Fehlern ausgewachsen hätten. Wir sind direkt der Hauptverwaltung für Kompromißwirtschaft und Koordinierung des Mangels unterstellt, sagt Götz und haut auf den Tisch. Eine alte Diskussion, die zu nichts führt. Aber ihm, dem Fremden, dem aus einer ganz andern Welt, müsse er ja einen kleinen Einblick in die einheimischen Freuden des Lebens geben.

Brauche ich einen Vorschalldämpfer, zum Beispiel, schreit Götz, wird die gesamte Familie um einen Vorschalldämpfer geschickt. Kriege ich einen, kaufe oder tausche ich nicht einen, sondern zehn. Damit bin ich einerseits verantwortlich für den Mangel an Vorschalldämpfern in dem Bereich, wo ich sie mir beschafft habe; zugleich habe ich aber auch ein Faustpfand in der Hand für den Fall eines weiteren Mangels. Braucht nämlich ein anderer einen Vorschalldämpfer, und er hat Kohlen, dann kriege ich eben die Kohlen, die ich ohne Vorschalldämpfer nie kriegen würde.

In diesem Land muß man pfiffig sein, um sich mit den Dingen des täglichen - vor allem aber des nichtalltäglichen - Gebrauchs zu versorgen. Du gehst nicht einfach ins Geschäft und sagst, du willst einen Vorschalldämpfer. Und du gibst auch dem Verkäufer nicht sofort Geld, damit er vom Ernst der Lage überzeugt ist.

Zuerst einmal mußt du in bestimmten Abständen erscheinen und dein Interesse an Vorschalldämpfern bekunden. Damit bist du ihm als Gesicht bekannt, das er ohne Angst, daß du von der Arbeiter- und Bauernkontrolle bist, mit Vorschalldämpfern in Verbindung bringen kann.

Endlich bist du als echt Suchender eingestuft. Jetzt läßt sich der Verkäufer auch bereitwillig bestechen. Er nennt dir einen Termin, zu dem eine Lieferung Vorschalldämpfer zu erwarten ist. Und wenn dann dieses Datum da ist, gehst du mit der ganzen Familie hin und deckst dich mit Vorschalldämpfern ein, obwohl du eigentlich nur einen brauchst.

Damit ist die Entstehung unserer Vorratswirtschaft erklärt. Götz blickt Stefan selbstbewußt an. Denn gleichzeitig hat er alle Gläser und Teller gereinigt und das Besteck geputzt.

Wenn ich richtig verstehe, sagt Stefan listig, ginge es vor allem um eine Koordinierung des Mangels mit dem Vorrat. Götz nickt, zufrieden mit dem Ergebnis seiner kleinen Einführung in die hiesigen Probleme der Ökonomie.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Montag, 10. Dezember 2012

DB-044 (18) (Geräusche aus der Wohnung)

Geräusche aus der Wohnung holen Stefan unter die noch immer kalte Tuchent zurück. Er beschließt, Bewegung zu machen, Teewasser aufzustellen.

In der Küche rumort bereits Götz, vollständig angezogen und gut gelaunt. Seine hellblauen Augenschlitze könnten töten, fürchtet Stefan, würden sie all ihre morgendliche Energie auf einen Punkt konzentrieren.

Erst jetzt bemerkt er in dessen rechtem Auge einen deutlichen Blutfleck. Zugleich erkennt er in seinem rauhen Pullover, seiner einfachen, blauen Arbeiterhose das Absichtslos-Absichtliche: Mit dem ersten wachen Atemzug gesellt er sich jeden Tag zu den unzähligen Familienerhaltern, auf denen die ganze Verantwortung lastet.

Das begründet Götz gleich mit einer Kurzcharakteristik Beates, um dann wohlwollend festzustellen, sie habe sich schon deutlich gebessert, obwohl sie noch einiges lernen müsse.

Denn auch im Sozialismus seien Kochen, Putzen, Waschen und die Erziehung der Kinder die Domäne der Frau; aber davon habe sie noch immer keinen blassen Tau, müsse von ihm heruntergeholt werden aus ihrem Wissenschaftskuckucksheim - jedesmal wenn ihm die Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt zu viel werde.

Stefan empfindet diese Einleitung als falsche Anbiederung und stellt fürs erste klar, daß er natürlich keineswegs so perfekt sei wie Götz: Typisch männlich sozialisiert, übersehe er jeden Dreck. Wie er das, forciert vom Sauberkeitsfanatismus seines Vaters, seit seiner Jugend gewohnt sei, habe er jahrelang geübt, sich auf seine innere Bühne zurückzuziehen, mit dem Vater als Krokodil und der Mutter als Kasperl - oder umgekehrt -, um den Dreck, die Unordnung nicht sehen zu müssen, die Ablagerungen der Seele, die nicht so einfach vom Tisch zu wischen seien.

Gebannt und laut atmend habe er zugesehen bei diesem unerquicklichen Drama, wie sich äußerer und innerer Dreck immer mehr verquickt hätten, äußere und innere Unordnung, wie daraus die heftigst abgewehrte Schuld gewachsen sei, wie er dann aus der Schuld geflüchtet sei - mit seinen mahnenden Eltern in sich - von einem Ort zum andern, immer ein Kuddelmuddel aus Dreck, Chaos und Unglück hinter sich herziehend.

Schließlich habe ich in einem ehemaligen Pferdestall gelebt, sagt Stefan, neben einem Studentinnenheim, unter der mehr oder minder strengen Aufsicht einer alten Hofrätin, die vorn im ersten Stock ihr Vergangenheitsmuseum eingerichtet gehabt hat, das ich nie betreten durfte.

Einmal im Monat, wenn ich nicht dagewesen bin, hat sie sich unter dem Vorwand, dort aufzuräumen, in dieses feuchte, dunkle Loch gewagt, überall herumgestierlt und immer etwas vorzeigen können, was gegen mich gesprochen hat: ein Reindl voller verschimmelter Nudeln, mit wochenalten Essensresten beklebtes Geschirr und Besteck, ein Knäuel Schmutzwäsche, unterm Bett hervorgeholt.

Ich habe dann immer eine Nachricht vorgefunden, wo mir meine Sünden minutiös aufgezählt worden sind. Danach bin ich jedesmal zur Vermieterin hinaufgepilgert, habe geklopft und ihr, nachdem sie die Tür nur einen Spalt aufgemacht hat, auf der Schwelle die endgültige Besserung versprochen. Aber die hat dann schließlich darin bestanden, daß ich nichts mehr gekocht und den Gasrechaud, der einmal beinahe explodiert wäre, einer meiner Freundinnen von nebenan geschenkt habe.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Sonntag, 9. Dezember 2012

DB-043 18 (Eingegraben in der Finsternis des Bettes)

18

Eingegraben in der Finsternis des Bettes neben der unruhig schlafenden Lena, fällt es Stefan schwer, sich seine Verliebtheit auszutreiben mit vernünftigen Sätzen. Es ist, als leuchte ihm jemand mit einer winzigen Taschenlampe ins Auge, sodaß er gezwungen ist, immer dieselben Gedanken, Ängste und Wünsche zu haben.

Zuerst die so oft überschlafene Zärtlichkeitslust, das so oft im Kopf vorweggenommene Wühlen in den bekannten Körperhöhlen. Und jetzt dieses Schwanken zwischen alltäglicher Hoffnung und singulärer Hoffnungslosigkeit, zwischen Sinnlichkeit in kleinen Schritten und der amoralischen Apotheose einer unsinnigen Leidenschaft.

Stefan zieht seine kalten Füße an den Körper: Schwitzbad. Er setzt Julia und sich wieder ins Schwitzbad, betrachtet es als eine Art Vorausdeutung des Kommenden. Dabei kann es aber nur um die Vergegenwärtigung des Vergangenen gehen.

Seine alte Krankheit: Kaum hat er sich von den Menschen entfernt, beginnt er wie wild an ihnen zu arbeiten, sie zurechtzumodeln, sie einem Idealbild anzupassen.

Die Julia, die jetzt anstelle Lenas neben ihm liegt, ist eine synthetische Julia, die Lena in allem übertrifft. Er könnte sie zu einer Frau voller Schwächen, voller Laster machen: Sie bliebe trotzdem unweigerlich Gegenstand seiner Liebessehnsucht; er muß, stellt er fest, seinen Mut am Imaginären kühlen, das sekundenschnell unter der Oberfläche aufschimmert; er muß das Unmögliche glauben.

So wird er die Zeit zwingen, stillzustehen oder dahinzurasen, in beliebiger Richtung, mit beliebiger Geschwindigkeit. So wird er aus den Tagen steigen können wie aus einem Auto oder Omnibus. So wird er die Glückssekunde anhalten können, die schleichenden, öden, kümmerlichen Jahre zum Wirbelwind machen, der alles mitreißt.

Die Sonne wird durchbrechen, Schluß machen mit seiner schläfrigen Gleichgültigkeit. Endlich erscheint er als Zeitmaterialist, Zeitsurrealist, Zeitmechaniker, der die neuesten Errungenschaften jedem bekannt macht. Er besitzt das Telefon, mit dem er ohne Schwierigkeiten vom WEISSEN ZIMMER aus alle erreichen, mit allen sprechen kann.

IM WEISSEN ZIMMER selbst sprechen die Dinge: diese Wasseroberfläche, auf die unentwegt Regen fällt; diese glitzernden, kichernden Kugelflaschenköpfe, die, ohne Angst zu machen, ständig klingeln, während Stefan am Rand der Röhre zum Abgrund hockt, im Rucksack eine Bombe, die dieses WEISSE ZIMMER, diese komprimierte Sekunde des Glücks aller jetzt noch Schlafenden vernichten könnte.

Einen Augenblick glaubt er, daß er alles in die Luft sprengen müßte, um die Menschheit vorm Ende der Zeit, dem gesammelten Glück, zu bewahren. Dann erkennt er, daß er kein geborener Attentäter ist, und läßt die Bombe versinken.

Diese bemoosten Mauern, zerrissenen Tapeten. Diese dachlosen Pfeiler, wasserüberspülten, zersprungenen Kacheln. Diese leeren Fenster, vor denen sich die wüste Landschaft im süßesten Grün nur so lange ausbreitet, solange man sie nicht ins Auge faßt.

Davor bewahrt ihn das WEISSE TELEFON, mit dem er die Verbindung zwischen der schlafenden Julia - ob sie noch keucht unter der Last ihres Ludwig? - und der schlafenden Lena mit einem Knopfdruck herstellen kann.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Freitag, 7. Dezember 2012

DB-041 17 (Beate blickt Götz mißbilligend an)

17

Beate blickt Götz mißbilligend an, aus seinem Verschlag in der Küche herausgekommen ist, und wirft ihm vor, sich an ihren Eltern abreagiert zu haben. Götz zuckt gleichgültig mit den Schultern, stellt Kaffee auf und fragt mich, ob ich auch eine Tasse wolle.

Ich nicke, worauf Götz aufatmend feststellt, daß man sich jetzt (nachdem uns die Orthodoxie verlassen habe) endlich wieder frei bewegen könne. Bevor ich ihm sagen kann, daß er mir keine Erklärung schuldig sei, fährt er Beate über den Mund: Wenn sie sich schon so ruppig aufführe, müsse sie mich aber auch über die Ursachen seines Verhaltens informieren.

Das nimmt er jedoch lieber selbst in die Hand: Vor zehn Jahren habe er in einer Bude im Erdgeschoß eines recht vergammelten Baus gehaust, einem ehemaligen Laden mit riesigen Fenstern, durch die es ständig die kalte Luft ins sogenannte Wohnzimmer hereingepreßt hat. Dahinter, neben dem Kabinett, in dem er geschlafen habe, sei die Küche der einzige Ort gewesen, wo er sich tagsüber habe aufhalten können, ohne von Straßenlärm und Witterung belästigt zu werden.

Vor Oskar sei er damals ein Nichts gewesen, weil er damals nicht besser gewohnt habe, was noch verstärkt worden sei durch den Umstand, daß dieser seine beiden Töchter als seinen Besitz betrachtet habe, über den nur er zu bestimmen habe. Weil er ihm ständig die Grenzen der Verfügungsgewalt über Beate bewußt gemacht habe, könne ihm Oskar bis heute nicht verzeihen.

Zum Tauziehen um dieselbe Frau (des einen Tochter, des andern Geliebte) sei dann noch verstärkend dazugekommen, daß er Oskar wegen seiner Mentalität habe verachten müssen: Anstelle des herbeigesehnten geistigen Vaters, schreit Götz, hat sich Oskar als einer entpuppt, der schamlos seine Privilegien ausnützt; als einer, der einfach ins kapitalistische Ausland abhaut und von dort aus falsche Nachrichten wider besseres Wissen verbreitet oder zumindest zuläßt, daß sie verbreitet werden, wo er doch als Korrespondent einen viel besseren Zugang zu den Informationen hat als jemand, der hier in der Hauptstadt sitzt.

Am schlimmsten jedoch sei gewesen, sei es noch immer, daß Oskar sich der herrschenden Sprachregelung unterwerfe, ohne den Versuch eines Widerstands zu machen. Von Anfang an habe er gutgeheißen, daß seine Sätze in die offizielle Hof- und Jubelsprache verkehrt worden seien. Und seit langem verwende er diese selbst, sei unheilbar mit ihr verseucht.

Aufreizend an Oskar sei auch jetzt noch, daß er sich so einfach mißbrauchen lasse, dem Mißbrauch zustimme, selbst eine Haltung einnehme und eine Sprache verwende, die sich keineswegs enorm von dem, was der berühmte Klemperer LTI genannt habe, Lingua Tertii Imperii, Nazi-Sprache also, unterscheide. Götz verläßt schwungvoll den Raum.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Donnerstag, 6. Dezember 2012

DB-040 (16) (Gleich geht es weiter)

Gleich geht es weiter mit einem: Zur Abwechslung mal ein Liedchen? Das Lied vom Bruno? Vorher hält er sich kurz seine Armbanduhr vor die Augen und brummt beruhigend: Das kriegen wir schon hin.

Dann legt er los. Bemüht um ironisierenden Vortrag, läßt er zwischendurch bewußt einen falschen Ton zu und klatscht sich zugleich auf die Schenkel. Bruno, ein Schulkollege, der hat schon Marx gelesen, wie die andern noch Mickey Mouse als die letzte Offenbarung empfunden haben. Für sie ist der Bruno natürlich der Starke, der Mutige gewesen, weil er immer geradewegs herausgesagt hat, was in seinem Kopf vorgegangen ist, auch wenn es zu seinem Nachteil war.

Nach dem Abitur hat er Philosophie studiert, und der Sänger hat ihn nur mehr selten gesehen, wobei er immer sehr abgespannt und schläfrig gewirkt hat. Seine Studienkollegen haben ihn eindeutig für einen Spinner gehalten, für einen, der nicht richtig tickt und immer nur Schnee quatscht.

Als dann der Fahrer zur Armee muß, erfährt er bald, daß man den Bruno von der Uni geschmissen hat. Er verliert ihn einige Zeit aus den Augen, weil er Hilfsarbeiter in der Chemie wird.

Als er ihn dann einmal zufällig trifft, beharrt der Bruno auf der Richtigkeit seines Lebensweges: Er wolle weder eine Datsche noch strebe er irgendwelche Pöstchen an; und son Zeugs wie Orden, die kotzten ihn an. Er wolle einfach leben, weshalb er sich auch auf keinen fixen Job einlasse, einmal Kellner, dann Filmstatist oder Totengräber sei: Erst jetzt bekomme er eine kleine Ahnung vom Leben.

Schließlich gibts Hiebe für ihn, grinst der Blonde. Er sei etabliert, wirft ihm Bruno vor, irgend etwas habe ihn korrumpiert, er sei wie die meisten anderen geworden, weshalb es gar keine Tragödie sei, daß er seinen Namen längst vergessen habe.

Der Fahrer bricht ab, steigt auf die Bremse, biegt nach rechts ein und hält direkt vorm Deutschen Theater. Sie sehen ja, wie korrumpiert ich bin. Er drückt die rechte Vordertür von innen auf, Julia kippt den Sitz nach vorn, steigt aus und läuft zum Eingang.

Stefan erwischt im Aussteigen einen Zwanziger und einen Fünfziger, österreichisches Geld. Devisen? Schenken Sie mir, was Sie wollen, antwortet der Mann im Auto, Gas gebend. Stefan legt noch einen Zwanziger dazu und drückt ihm die Scheine in die Hand.

Im Foyer winkt Julia, die bereits den Mantel abgelegt hat, aufgeregt mit zwei Karten. Als Stefan bei ihr stehenbleiben will, deutet sie auf die wenigen Besucher, die noch eingelassen werden wollen. Wir haben keinen Grund zu so einem Schiß wie der Typ. Trotzdem zischen wir jetzt gleich da rein. Stefan ergreift die Gelegenheit, sie an der Hüfte sanft in Richtung Schwitzbad zu schieben.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Mittwoch, 5. Dezember 2012

DB-039 (16) (Ludwig grinst Julia an)

Ludwig grinst Julia an, als würde jetzt die Fortsetzung einer längeren innerfamiliären Diskussion folgen müssen, doch diese bringt das Gespräch sofort auf die geplante Abendunterhaltung, und Stefan bleibt keine Wahl: Majakowskis Schwitzbad ist bereits beschlossene Sache.

Schätzt hoch die Kunst, welche füllt die Kassen - Ludwig zitiert -, doch die vom Sturm des Oktobers glüht heiß, die Kunst, die glänzt als Waffe der Klassen, überläßt sie den Feinden um keinen Preis. Das sei eine der Losungen im Zuschauerraum des Meyerhold-Theaters gewesen, fügt er an.

Er ist ein Paradearbeiter, lobt ihn Julia. Er ist gebildet, er kann dir auch die deutschen Klassiker hersagen. Und Hölderlin.

Ludwig hat von Uwe abgelassen, der mit viel Speichelfluß sein Käsebrot mampft. Er habe die Literatur nicht nur in sich hineingefressen, sondern auch verdaut, wozu ihn ja schon seine Übersetzerkurse zwängen. Wie die Arbeit, seine Arbeitskollegen, die Probleme am Arbeitsplatz, so bestimme auch die Literatur sein Leben. Er könne daher Julia ohne weiteres in die Phosphoreszierende Frau verwandeln, sie mit deren Geist erfüllen, und Stefan, wenn er nichts dagegen habe, in Triumphanschikow, Chef der Hauptverwaltung für Koordinierung und Kompromißwirtschaft.

Bevor sich aber Stefan mit der ihm völlig unbekannten Rolle vertraut machen kann, gilt es aufzubrechen, um noch Restkarten an der Abendkasse zu ergattern. Da es für die S-Bahn inzwischen zu spät geworden ist, versucht Ludwig telefonisch ein Taxi zu organisieren, aber an keinem der Stände in der näheren Umgebung hebt jemand ab.

Stefan ist mit Julia, die sich nicht mehr umziehen wollte, nur ihren Zopf geöffnet hat, bis zur Station Adlershof gefahren. Ihre Haare hat sie nach links geschoben und dort in Nackenhöhe zusammengeklemmt.

Stefan verläßt einige Schritte hinter ihr den Bahnhof. Sie dreht sich mit ratlosem Gesicht zu ihm um und wartet, bis er sie eingeholt hat. Sie habe keine Ahnung, warum heute keine Taxis mehr hier seien. Sie blickt auf ihre Armbanduhr und überlegt, ob es nicht doch noch möglich wäre, mit der nächsten S-Bahn rechtzeitig einzutreffen.

Da betätigt jemand hinter den beiden die Lichthupe, und ein blonder Mittzwanziger mit einem Menjoubärtchen und Brillantine-gebändigten Haaren steht plötzlich neben Julia und bittet sie, ihm schnell zu flüstern, wohin die Fahrt denn gehen solle: ins Blaue, ins Grüne oder ins rosarote Nichts?

Na siehst du, triumphiert Julia, es klappt ja doch noch. Es braucht eine Weile, bis Stefan begriffen hat, nun schon neben Julia im Fond des schneidig gelenkten Trabants, daß er sich in einem - verbotenen - privaten Taxi befindet, dessen Fahrer sich allabendlich sein Zubrot verdient.

Um die Fahrgäste von Fragen zur Person abzuhalten, flunkert der junge Mann lautstark, begleitet von entsprechend energischen Gesten, vor sich hin. Er besitze einen gefälschten Paß, den er für Fuhren nach West-Berlin einsetze, frei nach dem Motto: Strick, Gas oder Paß.

Und gleich ein Rat: Sollten Sie einmal an der Grenze gefragt werden: Haben Sie Rauschgift oder Waffen?, stellen Sie sich genauso dumm wie mein Freund Hans-Dieter aus dem Goldenen Westen und fragen Sie einfach zurück: Muß man das neuerdings haben, um bei euch überhaupt reingelassen zu werden? Und - er dreht den beiden hinter ihm lachend das Profil zu, meckert schon, bevor er die zweite Pointe losgeworden ist - er ist rübergekommen; aber erst, nachdem er genug Ordnungsgeld auf den Tisch geblättert hatte, heiße West-Mark, wegen Verarschung der Volkspolizei.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Dienstag, 4. Dezember 2012

DB-038 (16) (Julia findet ein zusammengeknülltes Papiertaschentuch)

Julia findet ein zusammengeknülltes Papiertaschentuch, das Stefan um seinen Daumen windet. Dein Kind möcht ich nicht sein, sagt Julia spitz. - Warum? - Bevor du bemerkst, daß es in Gefahr ist, ist es schon ertrunken!

Ich schau eben lieber zu, verteidigt sich Stefan und glaubt, endlich einen weiterführenden Gesprächsstoff gefunden zu haben: die Erziehung der Kinder, im besonderen: die Zurichtung des noch fürchterlich formbaren Uwe in der Strampelhose.

Julia betont, daß er schon sauber sei, trotz seiner fünfzehn Monate, und hält dieser Leistung die ihr unangemessen erscheinende westliche Lösung entgegen: Ihr laßt eure Kinder jahrelang in der Scheiße leben und erwartet, daß sich das Problem von selbst löst!

Stefan lacht erleichtert: endlich kann er zuschlagen. Seine Scheiße sei ihm kein Problem gewesen, kontert er und übersieht, daß ihm Julia die Brote unter der Hand wegnimmt, um sie mit Butter und Käse zu bestreichen. Scheiße ist Käse, sagt sie und bleckt ihre Zähne.

Stefan beschließt, sie zu testen. Er erinnere sich noch gut daran, wie er als Kleinkind mit nackten Füßen durch den Kot des Hofes gelaufen sei, welches Vergnügen es ihm bereitet habe, wenn der Hühnerdreck zwischen den Zehen hindurchgequollen sei, wenn er die Rinnsale der Jauche vom Misthaufen aus hinaus in den Garten habe verfolgen können oder sich mit seinen Freunden im Schlamm des Baches hinterm Garten gewälzt habe.

Julia legt drei Teller auf den Tisch und verteilt darauf die Brote, wobei sie Stefan einen spöttischen Blick zuwirft: Dreck ist nicht Scheiße. Und meines Wissens hat ein Kind nur einen Vorteil davon, wenn es möglichst früh seinen Schließmuskel beherrschen kann.

Aber das ist doch Erwachsenenansicht, wendet Stefan ein, Erwachsenendrill. Es geht doch darum, möglichst wenig Druck auszuüben, möglichst wenig Angst zu erzeugen; den Angstdruck zu vermindern oder noch besser: gar nicht so früh aufkommen zu lassen.

Natürlich, sagt Julia und weist auffordernd auf die Teller, die dann Stefan mit beiden Händen neben ihr, nachdem sie ein Tablett mit Besteck und Limonadeflaschen an sich genommen hat, hinauszubalancieren versucht. Natürlich, was ist natürlich, was ist Druck? Der Uwe macht, wenn er kann; und wenn er nicht kann, steht er auf. Das wird von allen akzeptiert.

Sie durchqueren das Vorzimmer. Ludwig verläßt gerade das Bad, geschrubbt und aufgewärmt, sein glänzendes Handwerkergesicht, seine gefestigte Freundschaft anbietend, und stößt ihnen die Tür zum Wohnzimmer auf.

Stefan fragt, wo bleibt die Lust? Julia sagt, die Lust Uwes bestehe darin, daß es ihm in der Krippe jetzt besser geht, weil er schon ein Gefühl für seinen Drang hat. Trotzdem beharrt Stefan darauf, daß man ein Kleinkind nicht so bald von seiner Scheiße befreien soll.

Jaja, die Lust, schließt sich Ludwig Stefan an, die wird zum Frust. Er setzt Uwe auf seinen Kinderstuhl und zerdrückt ihm in seinem Teller eine Banane, die Uwe schnell und routiniert in sein Mündchen befördert.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

Montag, 3. Dezember 2012

DB-037 16 (Stefan tastet sich langsam vor)

16

Stefan tastet sich langsam von der Schnellbahnstation Altglienicke bis zur Lilienstraße vor: Keine Leute mehr draußen, die wenigsten Gaslaternen brennen. Er hat nur Beates Beschreibung des Weges im Kopf.

Ein freies, kotiges Feld, eine leichte Steigung; dann die Straße hinunter, vorbei an den Einfamilienhäusern, hinter deren Fenstern elektrisch beleuchtete Weihnachtsbäume aufblinken, bis der Umriß von Ludwigs Trabant auftaucht, dahinter die Silbertanne samt Haus.

Julia hat diesmal ihre Haare zu einem dicken Zopf geflochten, schaut wie ein Schulmädchen aus. Stefan muß sofort den Wunsch unterdrücken, ihr Haar anzufassen.

Sie lädt ihn ein weiterzukommen. Ludwig sitze noch im Bad, um sich aufzuwärmen, weil er den ganzen Tag im Freien gearbeitet hat, sagt sie.

In der Küche drückt Julia Stefan ein Messer in die Hand. Er soll ihr das Brot schneiden, aber nicht zu dick. Er säbelt und bemüht sich um äußerst dünne Schnitten.

Jedes Mal, wenn ihn Julia mit ihrer braunen Schnürlsamthose streift, blickt er irritiert auf. Er wünscht sich, es wäre Absicht. Sie sollte absichtlich diese Reibung der Stoffe provozieren, die ihre Körper bedecken. Stefan hat schon Entwürfe für ein maßloses Gelächter zu zweit parat.

Julia kommt wieder, streift an und ist vorbei. Auf einmal färbt sich das Brotinnere rot: Stefan hat sich in den Daumen geschnitten, das dunkle Brot quillt, er hält den Daumen erstaunt in die Höhe, bis Julia begreift, was passiert ist. Schnell, sagt sie, das Tischtuch.

Stefan blickt noch immer interessiert auf seinen Daumen. Das Tischtuch, wiederholt Julia. Als Stefan nicht reagiert, beugt sie sich schnell vor, zieht seine Hand zu ihrem Mund und saugt zweimal kurz an der Wunde. Stefan glaubt dabei ihre Zunge zu spüren. Auf ihrem Mund ist sein Blut.

Während Stefan zum Abwaschbecken tritt, weist er sie darauf hin: Du bist blutig von meinem Blut. Julia mißt der Sache keine weitere Bedeutung bei und wischt sich mit dem Handrücken die Lippen ab.

Ihr Blick fällt auf seine Brote, die ihr zu dick erscheinen. Bevor Stefan überprüfen kann, ob sie ihn damit nur reizen will, merkt er, daß sein Blut noch immer nicht gestillt ist.

Sonntag, 2. Dezember 2012

DB-036 (15) (Das Hauptmotiv Ihres Lebens)

Das Hauptmotiv Ihres Lebens ist die Suche nach der Wahrheit. Bravo, nickt Oskar und bewegt lautlos zustimmend die Fingerspitzen gegeneinander. Zu Ihren Tugenden gehört Ihre gerechte Empörung, besonders über Menschen, die unter sehr schwierigen Bedingungen existieren müssen. Sie sind stolz auf Ihre intellektuellen Fähigkeiten und Leistungen, aber nie zufrieden mit Ihren gefühlsmäßigen Bindungen. Zwar sind Sie fähig, liebevoll und treu zu sein, aber eigentlich brauchen Sie eher eine freundliche und witzige Kameradin als eine Partnerin für heiße Leidenschaften. Wenn Sie jedoch die Liebe packt, so bringt Sie das in große Verlegenheit.

Du hörst, wozu eine gutgelaunte Tochter imstand ist: Sie entwirft mit wenigen Strichen ein treffendes Charakterbild ihres Vaters, lockert zugleich die Kruste über alten Wunden.

Während Lydia ihre Vorzüge relativieren will, beharrt Oskar darauf, daß seine Frau in der Tat voller Witz und jederzeit zum Pferde-Stehlen zu haben sei, was Beate mit der Bemerkung kontert, er begnüge sich gewöhnlich mit einer negativen Definition, auch seiner Person.

So kann sie ihren Vater nicht loswerden: Er kreuzt gekonnt ironisch seine Hände vor der Brust und erinnert sie an den berühmten Satz Spinozas: Omnis determinatio est negatio. Es handle sich also um eine dialektische negatio. Er macht einen Schritt zu mir hin, wendet sich aber, eine Reaktion abwartend, seiner Tochter zu, die sich nun nicht mehr halten kann und loszulachen beginnt, allerdings nicht prustend, sondern leise beherrscht.

Oskar ist in seinem Element: Er wolle nun doch kurz bei der Negation bleiben, nicht der logischen, bei der dialektischen natürlich, die Maestro Hegel in die doppelte Bedeutung des Begriffes aufheben gefaßt habe. Er kneift die Augen zusammen und zitiert: Aufheben habe in der Sprache den doppelten Sinn, daß es soviel wie aufbewahren, erhalten bedeute und zugleich soviel wie aufhören lassen, ein Ende machen - so sei das Aufgehobene stets auch ein Aufbewahrtes.

Genf, Genf muß ich denken, aber es folgt kein deutliches Bild, nur der Nachklang meiner damaligen Bewunderung für Oskars sanfte Geburtshilfe, was die Vertiefung in die Werke der Vordenker des 19. Jahrhunderts betrifft.

Mit einem auffordernden Pfiff dampft Oskar auf Lydia zu, aber Beate nimmt ihr den Satz vorweg, den sie vielleicht schon auf der Zunge hatte, demonstriert die Einstimmigkeit ihres Gedächtnisses: Die Negation einer Position, einer bestimmten Qualität enthalte demzufolge nicht nur das Moment des Hinausgehens über die Grenze dieser Qualität, des Übergangs derselben in eine andere, sondern bewahre zugleich das als positiv in der alten Qualität Gesetzte in sich auf.

Genf, Genf muß ich denken, und es gelingt mir, mich in diese demonstrative Harmonie zwischen Vater und Tochter einzuschleusen: Was sich aufhebt, wird dadurch nicht zum Nichts! (Hörst du: Mit welch tröstlichen Worten spricht der Staub zu uns!) Ein Aufgehobenes ist das Nichtseiende, aber als Resultat, das von einem Sein ausgegangen ist! (Hörst du: Liebe stirbt nicht!) Es hat daher die Bestimmtheit, aus der es herkommt, noch in sich! (Mein Nicht-Erinnern-Können ist Pose, Lüge! Ich stilisiere mich aus Angst vor den Folgen zu einer Gedächtnislosen, zu einer, die in dem älter gewordenen Liebhaber den jüngeren nicht mehr erkennen will!)

Als Negation der Negation (und damit der Bestimmung des Augenblicks, der den Anschein einer losgelösten Starre angenommen hat) erscheint jetzt Götz, ganz Arbeitsmensch: mit eiferrotem Gesicht, Wasserflecken auf der Hose, feuchten Händen: Er hat die Wäsche aufgehängt, Sascha zur Generalreinigung in die Badewanne gesteckt. Er übersieht seine Schwiegereltern, stoppt seinen Schwung nicht und läßt sich an ihnen vorbeischnellen, was Oskar daran erinnert, daß er ja nur auf einen Sprung vorbeigekommen ist, um zu sehen, ob alle wohlauf zuhause eingelangt sind.

(Die Berliner Entscheidung, Residenz Verlag, 1984)

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wir glaubten an das Blut. Dieses Wir ist mit Vorsicht...
e.a.richter - 2015-05-07 13:59
DZL-02 MEIN PATTEX
mein Zauberer hieß nicht Pattex, nicht Expatt. Er lebte...
e.a.richter - 2015-05-07 13:58
DZL-03 DER ZARTE LEIB
Zartleibigkeit wird vermißt, auch intensive Zartlebigkeit....
e.a.richter - 2015-05-07 13:56
DZL-04 - ZU MEINER ZEIT
zu meiner Zeit war gar keine Zeit. Die Zeit hatte sich...
e.a.richter - 2015-05-07 13:55
DZL-06 IN DIE HÖHE SINKEN
schwierig zu lesen: Er begriff seine Geschichte. Blatt...
e.a.richter - 2015-05-07 13:53
DZL-07 TISCHLERPLATTE
mein Vater, Tischler, hatte keine Tischlerplatte, er...
e.a.richter - 2015-05-07 13:52
DZL-08 GOLD, GLANZ, HEITERKEIT
sie sagt, ich bin älter als mein Vater, als er zu...
e.a.richter - 2015-05-07 13:51
DZL-09 WIR GLAUBTEN AN...
wir glaubten an das Blut. Dieses Wir ist mit Vorsicht...
e.a.richter - 2015-05-07 13:51
DZL-10 BRAUTMASCHINE
ein Mann braucht nur eine Wand und eine Braut. Er braucht...
e.a.richter - 2015-05-07 13:50
DZL-11 SCHWIMMERIN
wenn sich das Tor geöffnet hat, fährt allen in ihren...
e.a.richter - 2015-05-07 13:50
DZL-12 FRESSEN UND WUCHERN
Gedichte zu fressen ist nicht meine Sache. Ich lese...
e.a.richter - 2015-05-07 13:49
DZL-13 KONTROLLE VERLIEREN
Kontrolle verlieren, im Nebenraum, wo alles aufgetürmt...
e.a.richter - 2015-05-07 13:49
DZL-14 MUNDSCHUTZ FÜR...
es begann mit strahlenden Augen, auf einer Schnitzerei...
e.a.richter - 2015-05-07 13:48
DZL-15 JUNGE FRAUEN...
dem kleinen Mann macht die Situation einen Gefallen: zwei...
e.a.richter - 2015-05-07 13:48

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